Ticketverkäufe über Vorkrisenniveau Eventim spürt Lust auf Live-Events

Nach zwei harten Corona-Jahren geht es für die Konzertbranche nun wieder deutlich aufwärts. Der Ticketdienstleister Eventim vermeldet sogar Kartenverkäufe, die über den Rekordwerten von 2019 liegen.
Festivalvergnügen mit Schaumbad: Besucher beim "Hurricane Festival" 2019 im niedersächsischen Scheeßel

Festivalvergnügen mit Schaumbad: Besucher beim "Hurricane Festival" 2019 im niedersächsischen Scheeßel

Foto: Hauke-Christian Dittrich/ dpa

Dank des Endes der Corona-Beschränkungen hat der Konzertveranstalter und Ticketverkäufer Eventim im ersten Quartal kräftig zugelegt. Der Umsatz schnellte auf rund 140 Millionen Euro nach knapp 20 Millionen vor Jahresfrist und das normalisierte operative Ergebnis (Ebitda) erreichte 23,7 Euro nach einem Minus von knapp 20 Millionen.

"Endlich beleben sich Konzertsäle und Festival-Gelände wieder. Der starke Jahresauftakt gibt uns allen Grund zur Zuversicht, dass wir in diesem Jahr einen kraftvollen Neustart des Live-Geschäfts erleben", sagte Firmenchef Klaus-Peter Schulenberg.

Im April und Mai 2022 hätten die Ticketverkäufe deutlich über den Rekordwerten des Vorkrisenjahres 2019 gelegen. "Das unterstreicht die Hoffnung auf einen echten Aufbruch der Live-Branche nach zwei Jahren Corona-Zwangspause", so Schulenberg. "In unseren europäischen Märkten und in Übersee ist das Live-Entertainment-Geschäft dabei
deutlich früher angelaufen als in Deutschland, wo die Lockerungen der Corona-Maßnahmen verhältnismäßig spät erfolgten."

Zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Paris 2024 wird Eventim zusammen mit France Billet die Ticketing-Software und verbundene Dienstleistungen liefern. Eine entsprechende Vereinbarung wurde im April 2022 unterzeichnet, vermeldete das Unternehmen. Daraus erwartet der Konzern einen Umsatzbeitrag in zweistelliger Millionenhöhe.

Der Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) hatte die Umsatzeinbußen der Branche seit den ersten pandemiebedingten Schließungen im März 2020 auf rund 90 Prozent beziffert. Nun kommt die Erholung vor allem in diesem Ausmaß überraschend. Denn noch im Februar 2022 sahen die Prognosen in der Kulturbranche für das laufende Jahr bescheiden aus. "Es geht ja nicht nur darum, dass wir seit zwei Jahren keine wirtschaftlichen Veranstaltungen durchführen können. Unsere Kunden verlieren immer mehr das Vertrauen, dass angekündigte Veranstaltungen auch tatsächlich stattfinden", berichtete Timo Feuerbach, Geschäftsführer des Europäischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren (EVVC) noch vor drei Monaten.

hr/Reuters
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