Tesla liefert erstmals 200.000 Autos im Quartal aus Teslas Topmodel "S Plaid" fängt Feuer

Der US-Elektroautobauer Tesla hat im abgelaufenen Quartals erstmals mehr als 200.000 Autos ausgeliefert. Der Auslieferungsrekord wurde begleitet von der Nachricht, dass ein Exemplar des neuen Topmodells S Plaid Feuer gefangen hat.
Tesla: Das neue Topmodell "S Plaid" wird seit Juni ausgeliefert

Tesla: Das neue Topmodell "S Plaid" wird seit Juni ausgeliefert

Foto: Tesla

Der US-Elektroautobauer Tesla hat im abgelaufenen zweiten Quartal insgesamt 206.421 Fahrzeuge ausgeliefert. Das ist soviel wie nie zuvor in einem Dreimonats-Zeitrau. Damit übertraf Tesla die Erwartungen der Wall Street, denn Tesla-Chef Elon Musk hatte noch vor wenigen Wochen vor Schwierigkeiten durch den Engpass an Computerchips gewarnt. Die Auslieferungen der älteren Modelle S und X fielen zwischen April und Juni auf 1890 Fahrzeuge. Dagegen sind die Auslieferungen des Tesla Model Y in China deutlich gestiegen. Zudem hat Tesla im Juni mit dem Model S Plaid ein neues Topmodell auf die Straße geschickt, dessen Einstiegspreis bei rund 130.000 US-Dollar liegt und deutlich höhere Gewinnmargen verspricht als das Massemodell "Model 3".

Allerdings gibt es auch Aufregung um das neue Topmodell: Ein gerade ausgeliefertes Fahrzeug "S Plaid" ist nach Angaben eines Anwalts in Flammen aufgegangen. Der Fahrer, ein Unternehmenschef, habe sich nur unter Einsatz von Gewalt aus dem brennenden Fahrzeug retten können, weil das elektrische Türschloss blockierte, erklärte dessen Anwalt Mark Geragos am Freitag. Der Wagen habe kurz nach dem Anrollen in einem Wohngebiet in Pennsylvania Feuer gefangen. "Das war eine grauenhafte und entsetzliche Erfahrung", sagte Geragos. Tesla nahm dazu auf Anfrage nicht unmittelbar Stellung, die Ursachen für den Brand sind unklar. An der Börse blieben Tesla-Aktionäre dennoch gelassen: Die Aktie von Tesla  legte am Freitag knapp 3 Prozent zu, der Auslieferungsrekord wog offenbar schwerer als der gemeldete Brand eines Autos.

Brennender Tesla S Plaid in Pennsylvania: "Eine grauenhafte Erfahrung"

Brennender Tesla S Plaid in Pennsylvania: "Eine grauenhafte Erfahrung"

Foto: Geragos & Geragos / VIA REUTERS

Topmodell S Plaid soll Porsche Taycan auf Distanz halten

Der neueste Luxuswagen des US-Elektroautopioniers wird erst seit Juni ausgeliefert. Mit einem Preis ab umgerechnet 109.000 Euro und rasanter Beschleunigung konkurriert S Plaid zum Beispiel mit dem Porsche Taycan. Pro Woche sollen 1000 Exemplare vom Band rollen. Das Topmodell ist damit nicht von der Stückzahl, aber als Imageträger wichtig für die Kalifornier. Denn mit der wachsenden Konkurrenz müsse Tesla stärker darum kämpfen, dass die Kunden nicht zu anderen Marken wechseln, erklärte Ed Kim, Branchenexperte von AutoPacific zur Weltpremiere Mitte Juni.

Tesla-Chef Elon Musk hatte das Modell bei der Vorstellung in seiner bekannt saloppen Art angepriesen. Das Auto wäre der Hammer, das tollste in jeder Hinsicht. Denn es beweise, dass ein emissionsfreies Auto das schnellste und sicherste sein könne. Model S Plaid sei "schneller als jeder Porsche und sicherer als jeder Volvo." Die Entwicklung der Batterie sei wegen Sicherheitsfragen aufwendiger gewesen.

Der Fall werde jetzt untersucht, erklärte der Anwalt weiter. Er forderte Tesla auf, das Modell vom Markt zu nehmen, bis die Ursachen des Brandes klar wären. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA erklärte, sie werde den Fall untersuchen und eingreifen, wenn die Öffentlichkeit geschützt werden müsse. Die Behörde prüfte schon rund zwei Dutzend Unfälle, einige davon mit Todesopfern, von Tesla-Fahrern aufgrund der automatisierten Fahrfunktion.

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