Vorsprung durch Ladetechnik Teslas neuer Widersacher - der Audi E-Tron GT im Test

Mit dem E-Tron GT greift Audi Teslas Model S an. Der Test zeigt, ob der Angriff in punkto Reichweite, Ladetechnik und Fahrkomfort gelingt.
1 / 8

Fast zehn Jahre brauchten Deutschlands Autohersteller, um einen glaubwürdigen Gegner für Teslas Elektrolimousine Model S auf vier Räder zu stellen. Das Ergebnis: Der Audi E-Tron GT, den die Ingolstädter Anfang Februar 2021 präsentierten. Wir konnten das Fahrzeug, das im Frühjahr in den Handel kommt, bereits fahren.

Foto: Audi
2 / 8

Äußerlich präsentiert sich der E-Tron GT als Viertürer mit vielen Kanten im Außenkleid, langgezogenem Schrägheck, zackigen Rückleuchten. Wichtigstes Merkmal ist aber ein Akku, der auch mal weitere Touren möglich macht: Bei der knapp 600 PS starken RS-Version gibt Audi 433–472 Kilometer Reichweite laut WLTP-Testzyklus an.

Foto: Audi
3 / 8

Im Alltag sind das - soviel zeigt unser Kurztest - bei moderater Autobahnfahrweise weit über 300 Kilometer. Dank der vom Porsche Taycan übernommenen Technik lädt der GT schneller als sein Gegenspieler Tesla aus den USA. Unser Testwagenakku ließ sich an einer schnellen Ionity-Ladesäule binnen 25 Minuten von knapp 30 Prozent Restkapazität auf über 80 Prozent füllen – das ist ein paar Minuten schneller als die Konkurrenz.

Foto: Audi
4 / 8

Allerdings muss der Audi-Pilot oder die Audi-Pilotin auch eine der wenigen Ionity-Ladesäulen finden, an denen es die volle Leistung gibt. Das sind, Stand Mitte März, etwas mehr als 60 Ladesäulen hierzulande. Mit einem Model S hätte das an den neuen, Tesla-eigenen Supercharger-Ladesäulen zwar nur ein paar Minuten mehr gedauert. Diese sind allerdings in Deutschland ebenfalls rar: Aktuell bieten nur etwas mehr als ein Dutzend Supercharger die höchste Ausbaustufe mit 250 kW Ladeleistung. Der Rest schafft um 100 kW weniger – und lädt damit nur knapp halb so schnell. Der Punkt "Vorsprung durch Ladetechnik" geht also im Moment klar an Audi.

Foto: Audi
5 / 8

Das Infotainmentsystem bestückt Audi mit vielen Touch-Kacheln – während Tesla alles auf seinen Riesen-Touchscreen bannt. Die Entscheidung, was jetzt besser ist, ist Geschmackssache. Die Fahrleistungen der von uns getesteten RS-Version mit 600 PS beeindrucken auch hartgesottene Verbrennerfans: Beim Gasgeben beschleunigt der GT ansatzlos, Kurvenquerkräfte spürt man dank gut konturierter Sitze kaum.

Foto: Daniel Wollstein / Audi
6 / 8

Die Lenkung ist knackig, der Audi fährt sehr gut um die Ecken, ähnlich wie sein älterer Bruder, der Taycan. Die Federung fand ich auf längeren Strecken deutlich kommoder als die straffe Dämpfung des GT-Verwandten. Der Stromverbrauch des Audi-Reisegleiters lag bei moderatem Autobahntempo etwas über 20 Kilowattstunden je 100 Kilometer – und damit nur knapp über Teslas Model S.

Foto: Audi
7 / 8

Insgesamt kommt er aber nicht annähernd so weit, bei zügiger Fahrt auf Landstraßen und Autobahnen wird der Bildschirm nach maximal 350 Kilometern schwarz; der Tesla schafft gut 70 Kilometer mehr. Gute Planung ist auch beim Reisegepäck vonnöten: Der Kofferraum des GT ist nur knapp halb so groß wie der des Model S.

Foto: Audi
8 / 8

Der E-Tron GT ist der erste Elektroauto-Vorstoß unter Audis neuem Chef Markus Duesmann (51). Bislang hatte Audi mit dem SUV E-Tron und dessen Coupé-Variante zwei batterieelektrisches Modelle im Programm- die eher hochpreisig sind, deutlich mehr Strom verbrauchen als Teslas Model S und vergleichsweise geringe Reichweiten haben. Duesmann ist als Volkswagens oberster Tesla-Fighter  angetreten und legt in Kürze mit dem Elektro-Kompakt-SUV Q4 nach. In den kommenden Jahren will Audi 15 Milliarden Euro in die Elektrooffensive stecken.

Foto: Audi