Tesla-Chef ruft sich zum "Technoking" aus Musk verleiht sich Königstitel, Finanzchef wird offiziell "Master of Coin"

Tesla-Chef Elon Musk spielt in einer eigenen Liga - und zusehends auch in seiner eigenen Welt. Mit zwei neuen Titeln sorgt Musk bei Investoren für Irritation. Zugleich wird ein Ex-Daimler-Manager befördert.
Elon Musk: Der selbst ernannte "Technoking" vertraut die Tesla-Finanzen dem "Master of Coin" Zack Kirkhorn an

Elon Musk: Der selbst ernannte "Technoking" vertraut die Tesla-Finanzen dem "Master of Coin" Zack Kirkhorn an

Foto: © Danny Moloshok / Reuters/ REUTERS

Tesla-Chef Elon Musk (49) hat sich in der internen Hierarchie des Elektroautoherstellers einen Königstitel zugelegt. Musk sei nun der "Technoking of Tesla", meldete das Unternehmen am Montag in einer Pflichtmitteilung bei der US-Börsenaufsicht SEC. Finanzchef Zach Kirkhorn (36) trage ab sofort den Titel "Master of Coin" (etwa: "Meister der Münze"), hieß es weiter. Das ist eine Anspielung auf die jüngsten Geschäfte Teslas mit Kryptowährungen wie Bitcoin - Tesla hat 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert. Zugleich nannte sich so der Schatzmeister in der Serie "Game of Thrones", der dafür sorgte, dass dem König nicht das Geld ausging. Ihre Positionen als Konzern- und Finanzchef behielten Musk und Kirkhorn weiter, schränkte Tesla ein. Gründe für die Zusatztitel wurden nicht genannt.

Neben den beiden Spaßtiteln gab Tesla auch einen wichtigen ernsthaften Wechsel in der Chefetage bekannt. Jérôme Guillen (48), der zuletzt die Verantwortung für Teslas Automobilbereich trug, übernahm die Führung im Geschäft mit schweren Lastwagen. Der einstige Daimler-Manager Guillen hatte bereits in der Vergangenheit an Teslas elektrischem Sattelschlepper gearbeitet, dessen Produktion derzeit vorbereitet wird.

Der Lastwagen mit der Bezeichnung Tesla Semi wurde bereits 2017 vorgestellt und die Produktion sollte eigentlich noch 2020 beginnen. Doch Musk sagte bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen Ende Januar, dass Tesla nicht genug Batteriezellen dafür produziere. Der Sattelschlepper brauche üblicherweise fünf Mal mehr Batteriezellen als ein Tesla-Auto - bringe aber nicht fünf Mal mehr Geld ein.

Investor erhebt Klage gegen Musk

Der 49-jährige Musk sorgt immer wieder unter anderem mit seinen Tweets für Aufsehen und mitunter auch für starke Bewegungen an den Finanzmärkten. Ein Investor des US-Elektroautobauers wirft dem Milliardär in einer jüngsten Klage "erratische" Twitter-Nachrichten vor, die das Unternehmen angeblich hohen juristischen Risiken und milliardenschweren Kursverlusten aussetzten.

Im Mai 2020 etwa ließ Musk Teslas Aktienkurs  mit einer Reihe sonderbarer Tweets an einem einzelnen Handelstag um mehr als 10 Prozent fallen. Damals schrieb er unter anderem, dass er den Preis der Tesla-Aktie für zu hoch halte und kündigte an, sich von fast allem physischen Besitz trennen zu wollen. Später betonte Musk, er glaube trotz des hohen Kursniveaus, dass Tesla in fünf Jahren mehr als jetzt wert sein könne. Es war nicht der erste Tweet Musks, der für Diskussionen sorgte: Am 1. April 2019 postete er ein Scherzfoto über eine Tesla-Pleite. Musks Ankündigung bei Twitter im Sommer 2018, dass er erwäge, Tesla von der Börse zu nehmen und die Finanzierung gesichert sei, sorgte dafür, dass er die Führung des Verwaltungsrats abgeben musste.

la, ak/dpa-afx
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