Medienberichte Wolfspeed und ZF planen Chipfabrik im Saarland

Der US-Chiphersteller Wolfspeed will offenbar im Saarland das weltweit größte Werk für Halbleiter aus Siliziumkarbid errichten. Der Autozulieferer ZF beteiligt sich Medienberichten zufolge an dem Vorhaben.
Wichtiges Vorprodukt für die Elektroautoindustrie: Halbleiter sind in Zeiten der Corona-Krise zur Mangelware geworden

Wichtiges Vorprodukt für die Elektroautoindustrie: Halbleiter sind in Zeiten der Corona-Krise zur Mangelware geworden

Foto: AFP

Der US-Chiphersteller Wolfspeed will Medienberichten zufolge im Saarland das weltweit größte Werk für Halbleiter aus Siliziumkarbid bauen. An der Fabrik beteilige sich auch der Autozulieferer ZF mit einem Minderheitsanteil, berichtete das "Handelsblatt". Nach Informationen der "Saarbrücker Zeitung" und des Saarländischen Rundfunks sollen bis zu 1000 Arbeitsplätze entstehen. Ein Sprecher der saarländischen Landesregierung und ein ZF-Sprecher wollten die Berichte am Wochenende nicht kommentieren.

Den Berichten zufolge soll die Fabrik auf dem Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerks in Ensdorf entstehen. Die Serienfertigung der vor allem in Elektrofahrzeugen genutzten Chips solle in vier Jahren beginnen. Darüber hinaus solle ein gemeinsames Forschungszentrum entstehen, an dem ZF die Mehrheit halte. Der Autozulieferer produziert bereits im Saarland.

Dem "Handelsblatt" zufolge gibt es allerdings noch keine Zusage über staatliche Fördermittel. Die Subventionen seien die Voraussetzung für das Engagement im Saarland. Halbleiterhersteller kalkulierten in der Regel mit öffentlichen Mitteln von 40 Prozent der Gesamtkosten. Das neueste Chipwerk von Wolfspeed in den USA kostete demnach rund zwei Milliarden Dollar. Dem Vernehmen nach solle die Fabrik im Saarland deutlich größer und damit auch teurer werden.

Chips waren in Zeiten der Corona-Krise zur Mangelware geworden. Seitdem investieren viele der großen Hersteller in einen Ausbau ihrer Produktion. Der US-Konzern Intel etwa will mit staatlicher Milliardenunterstützung ein neues Mega-Chip-Areal in Magdeburg aufbauen. Nach einem Medienbericht verzögert sich allerdings der Baubeginn wegen Unklarheiten über die staatlichen Fördergelder.

mg/dpa-afx, Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.