Anbieter von Banking-Software Unter dem Radar - Berliner Fintech Mambu jetzt 1,7 Milliarden Euro wert

Nach rasantem Wachstum zählt Mambu bereits zu den größten Fintechs in Deutschland - doch wer hätte schon davon gehört. Einige Investoren jedenfalls kennen das Start-up - und schraubten seine Bewertung jetzt in die Höhe.
Auf Expansionskurs: Eugene Daniklis, einer der Mambu-Gründer

Auf Expansionskurs: Eugene Daniklis, einer der Mambu-Gründer

Foto: Rudi Wells Fotografie / Mambu

Viel Kapital für ein Berliner Start-up unter dem Radar: Mambu, das Softwaresysteme für Banken entwickelt, hat sich in einer Finanzierungsrunde bei Investoren frische 110 Millionen Euro besorgt. Damit steigt die Bewertung des Cloud-Banking-Anbieters eigenen Angaben zufolge auf 1,7 Milliarden Euro.

Das spricht für ein enormes Wachstum: Im Frühjahr 2019 war Mambu laut Branchendienst Finanz-Szene.de schätzungsweise lediglich 150 Millionen Euro wert . Inzwischen jedoch ist das Unternehmen nach seiner rasanten Expansion eines der wertvollsten Start-ups Deutschlands – trotz seiner Unbekanntheit. Höher bewertet unter den Fintechs ist etwa noch die Onlinebank N26 , das Versicherungs-Start-up WeFox dürfte laut der Analyseplattform PitchBook ähnlich wertvoll wie Mambu sein.

Mambu gehört eigenen Angaben zufolge zu den 50 am schnellsten wachsenden Tech-Unternehmen in Europa. Das Start-up wurde 2011 von den Wirtschaftsinformatikern Frederik Pfisterer (38) aus Deutschland sowie Eugene Danilkis (38) aus Kanada gegründet, die sich an der Universität kennenlernten. Das Unternehmen ist im B2B-Geschäft mit Onlinebanken und anderen Fintechs tätig, denen es Softwaresysteme für ihren Geschäftsbetrieb verkauft, passend zu den Anforderungen der modernen, vernetzten Welt. Zu den Kunden des Start-ups, das fast 500 Mitarbeiter rund um die Welt beschäftigt, zählen N26 oder die Vergleichsplattform Check24 ebenso wie etablierte Institute wie ABN Amro oder Santander, die ihre EDV zukunftstauglich machen müssen.

Hauptinvestor der aktuellen Finanzierungsrunde ist der weltweit tätige Wachstumsfinanzierer TCV aus dem Silicon Valley, in dessen Portfolio sich auch Unternehmen wie Netflix, Airbnb, Peloton und Spotify sowie in Deutschland Flixbus und Brillen.de befinden. Weitere Geldgeber sind Tiger Global und Arena Holding sowie die bestehenden Mambu-Investoren Bessemer Venture Partners, Runa Capital und Acton Capital. 

cr/kyr
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