Tesla-Chef Elon Musk wird größter Twitter-Aktionär

Der Tesla-Chef und Social-Media-König stockt seinen Anteil an der Plattform auf mehr als neun Prozent auf. Das könnte vor allem politisch brisant werden. Die Aktie macht schon mal einen gewaltigen Sprung.
Tweet Dreams: Tesla-Chef Elon Musk ist nun größter Twitter-Aktionär

Tweet Dreams: Tesla-Chef Elon Musk ist nun größter Twitter-Aktionär

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Political-Moments / IMAGO

Tesla-Chef und Social-Media-König Elon Musk (50) ist zum größten Aktionär von Twitter aufgestiegen. Der Tech-Milliardär hält nun einen Anteil von 9,2 Prozent, wie der Kurznachrichtendienst am Montag in einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC  mitteilte. Die Twitter-Aktie stieg danach im vorbörslichen US-Handel zeitweise um mehr als ein Viertel.

Vor allem politisch könnte Musk, der mit aktuell 80,1 Millionen Abonnenten zu den bekanntesten Twitter-Nutzern weltweit gehört, damit weiter Druck aufbauen. Er hadert mit der Art, wie Twitter die Inhalte ausspielt. Kürzlich hatte er noch in einem Tweet erklärt, er denke "ernsthaft" darüber nach, eine neue Internet-Plattform zu gründen. Und vor rund einer Woche hatte der reichste Mann der Welt bei Twitter darüber abstimmen lassen , ob der Dienst sich rigoros genug an den Grundsatz der Redefreiheit halte. "Die Konsequenzen dieser Umfrage werden bedeutend sein", schrieb er dazu. In der Umfrage hatten 70 Prozent der Mitmachenden befunden, dass Twitter aus ihrer Sicht die Redefreiheit nicht konsequent genug umsetze.

Im November hatte Twitter-Gründer Jack Dorsey (45) sich von der Konzernspitze zurückgezogen. CEO der Plattform ist seitdem Parag Agrawal (37); der hatte angekündigt, das Unternehmen neu auszurichten. Aus der Mitteilung geht nun hervor, dass Musk 73,5 Millionen Twitter-Aktien hält. Basierend auf dem Freitagskurs hat das Paket einen Wert von rund 2,9 Milliarden Dollar. Musk wird in dem Statement als passiver, langfristiger Investor eingeordnet.

Ob er sich allerdings dauerhaft aus der Unternehmenspolitik heraushält, darf bezweifelt werden. "Wir würden diesen passiven Anteil eher als Startpunkt für eine bereitere Konversation mit dem Twitter-Management einordnen, die am Ende zu einem aktiven Anteil und einer potenziell aggressiveren Eigentümer-Rolle führen könnte", erklärte der langjährige Tesla-Analyst Dan Ives von WedBush Securities.

Vor allem Konservative und Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump (75) haben Twitter unter anderem für das Vorgehen gegen Fakenews und zweifelhafte Informationen über das Coronavirus kritisiert. Trump – zuvor ebenfalls einer der einflussreichsten Twitter-Nutzer überhaupt – war nach seinen unterstützenden Worten im Zuge der Erstürmung des Kapitols in Washington am 6. Januar 2021 von Twitter verbannt worden. Der Dienst betonte bisher auch stets, dass es für den Ex-Präsidenten keinen Weg auf die Plattform zurück gebe.

Musk hatte in der Anfangszeit der Pandemie selbst die Gefahren durch das Virus heruntergespielt – und kritisierte die Covid-Einschränkungen in Kalifornien als "faschistisch". Für ihn ist Twitter ein wichtiger Kommunikationskanal, auch um seine Unternehmen Tesla und SpaceX zu promoten. Zuletzt war er dabei auch mit der US-Börsenaufsicht SEC aneinander geraten, die Musk Missbrauch der Plattform vorwerfen.

Musk ist der mit Abstand reichste Mensch der Welt. Der Finanzdienst Bloomberg schätzt sein Vermögen auf 273 Milliarden Dollar – vor allem dank der Anteile am Elektroauto-Hersteller Tesla und der Weltraumfirma SpaceX. Der Börsenwert von Twitter lag zuletzt bei gut 31 Milliarden Dollar.

lhy/Reuters, dpa