Übernahmeangebot Mehrheit der Twitter-Aktionäre will an Musk verkaufen

Vor der Twitter-Hauptversammlung: Umstrittenes Übernahmeangebot

Vor der Twitter-Hauptversammlung: Umstrittenes Übernahmeangebot

Foto: Kacper Pempel / REUTERS

Eine Mehrheit der Aktionäre des Kurznachrichtendienstes Twitter hat für das 44 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot von Tesla-Chef Elon Musk (51) votiert. Die Frist für die Abstimmung sei zwar erst am Dienstag, jedoch hätten sich genügend Investoren bereits am Montagabend für den Verkauf an Musk ausgesprochen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen zum Wochenauftakt. Der Ausgang der Abstimmung bei der außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag sei damit sicher.

Bei Twitter und Musk war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Es ist jedoch bekannt, dass Musk den Kauf abblasen möchte und dabei unter anderem auf angebliche Falschaussagen Twitters zur Anzahl von Scheinkonten auf der Plattform verweist. Mitte Oktober beginnt ein Gerichtsprozess im US-Bundesstaat Delaware, bei dem entschieden wird, ob Musk die Übernahme durchziehen muss.

Ebenfalls am Dienstag befasst sich der Justizausschuss des US-Senats mit den Vorwürfen des Whistleblowers und früheren Twitter-Sicherheitschefs Peiter "Mudge" Zatko (51), dass die Behörden von Twitter irregeführt worden seien. Der Geschäftsführer von Twitter, Parag Agrawal (38), soll im Rahmen der Befragung von Zatko zu Sicherheitspraktiken des Unternehmens aussagen.

Der Vorsitzende des US-Justizausschusses des Senats, Dick Durbin (77), und der Republikaner Chuck Grassley (88) forderten Agrawal am Dienstag auf, bis zum 26. September Fragen zu beantworten, unter anderem zu Zatkos Behauptungen, Twitter habe bei der Infiltration ausländischer Geheimdienste ein Auge zugedrückt, schütze die Nutzerdaten nicht angemessen und habe den Regierungsbehörden irreführende oder ungenaue Informationen über seine Sicherheitspraktiken geliefert.Musk führt dies als weiteren Grund an, den Kauf des Kurznachrichtendienstes nicht zu vollziehen.

Zatko hatte sich als "Mudge" einen Namen als Hacker gemacht und war bis zu seiner Entlassung im vergangenen Jahr als Sicherheitschef von Twitter tätig. Twitter lehnte auch hier eine Stellungnahme zunächst ab.

hr/reuters
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