Fake News Twitter geht nicht mehr gegen Corona-Falschinformationen vor

Der neue Twitter-Eigentümer bezeichnet sich selbst als Vorkämpfer für die Meinungsfreiheit. Zahlreiche Konten gesperrter Nutzer hat er schon wieder freigeschaltet. Jetzt stoppt er auch noch die Maßnahmen zur Bekämpfung von Falschnachrichten zum Coronavirus. Google dagegen verstärkt sein Engagement.
Meinungsfreiheit für alle: Mit der Twitter-Übernahme durch Elon Musk werden auch Fake News zu Corona nicht mehr bekämpft

Meinungsfreiheit für alle: Mit der Twitter-Übernahme durch Elon Musk werden auch Fake News zu Corona nicht mehr bekämpft

Foto: Mike Blake / REUTERS

Twitter geht nach der Übernahme durch Milliardär Elon Musk (51) nicht mehr gegen Falschinformationen zum Coronavirus vor. Die entsprechenden Maßnahmen wurden bereits am Mittwoch vergangener Woche gestoppt, wie aus einer Mitteilung auf einer Twitter-Webseite hervorgeht. Am Dienstag legte die Aktie  trotz der Ankündigung und Apples Kriegserklärung an den Kurznachrichtendienst zu.

Der Online-Dienst hatte 2020 Regeln aufgestellt, um die Verbreitung falscher und irreführender Informationen über das Virus und Impfstoffe zu unterbinden. Twitter verwies damals auf Gefahr für Menschen, die unwissenschaftliche Behandlungsmethoden anwenden oder auf Impfungen verzichten könnten.

Musk verharmlost Corona

Insgesamt wurden nach früheren Angaben wegen Verletzung der Regeln mehr als 100.000 Beiträge entfernt und über 11.000 Konten gesperrt. Das Vorgehen wurde vor allem aus dem rechten politischen Lager in den USA kritisiert. Musk selbst hatte die Pandemie 2020 verharmlost. Er war auch Kritiker der Lockdowns, die zeitweise auch die Produktion im Stammwerk seines Elektroauto-Herstellers Tesla stoppten. Der 51-Jährige hatte nach eigenen Angaben zweimal eine Covid-Erkrankung.

Der reichste Mann der Welt ist gerade dabei, in großem Stil bei Twitter gesperrte Accounts wiederherzustellen. Auch das Profil von Ex-US-Präsident Donald Trump (76) gab er wieder frei. Trump war im Januar 2021 von Twitter verbannt worden, nachdem er Sympathie für seine Anhänger bekundet hatte, die das Kapitol – den Sitz des US-Parlaments in Washington – erstürmt hatten. Zuvor hatte er immer wieder Falschinformationen in dem Kurznachrichtendienst verbreitet.

Google gibt mehr Geld gegen Fake-News aus

Dagegen geht der Google-Konzern in die entgegengesetzte Richtung: Der Internetriese Google verstärkt sein Engagement gegen Fehlinformationen im Internet und stellt Faktencheck-Organisationen zusätzliche finanzielle Mittel zur Bekämpfung von Fake-News zu Verfügung. Zusammen mit dem Google-Videodienst YouTube werde man einen neuen globalen Fonds des International Fact-Checking Network (IFCN) am gemeinnützigen Poynter Institute mit umgerechnet 12,73 Millionen Euro fördern, kündigte Google am Dienstag in Brüssel an.

Der neue Fonds werde ein Netzwerk von 135 Faktencheck-Organisationen aus 65 Ländern in 80 Sprachen unterstützen, hieß es auf dem Kongress "Fighting Misinformation Online Summit". Für Google und YouTube sei dies die bislang größte Einzelförderung im Bereich Faktenchecks. Der neue Fonds wird Anfang 2023 eröffnet.

Auf dem Kongress wies die Chefin der Google-Tochter Jigsaw, Yasmin Green, darauf hin, dass im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine die Aktivitäten von russischen Propaganda-Einheiten stark zugenommen haben. Dabei werde unter anderem versucht, rassistische Vorurteile zu verstärken und die politische Stimmung anzuheizen.

dri/dpa-afxp

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