Aktie steigt Twitter-Übernahme durch Elon Musk offenbar auf der Zielgeraden

Twitter und sein neuer Großaktionär Elon Musk kommen sich näher. Jetzt könnte es mit der Übernahme durch den Tesla-Chef auf einmal ganz schnell gehen. Laut Insidern könnte bereits heute ein Deal bekannt gegeben werden.
Entscheidung schon am Montag? Tesla-Chef Elon Musk will Twitter übernehmen – der neue Großaktionär und das Unternehmen diskutierten am Sonntag die mögliche Übernahme und seien sich dabei näher gekommen, heißt es

Entscheidung schon am Montag? Tesla-Chef Elon Musk will Twitter übernehmen – der neue Großaktionär und das Unternehmen diskutierten am Sonntag die mögliche Übernahme und seien sich dabei näher gekommen, heißt es

Foto: Hannibal Hanschke / REUTERS

Elon Musk (50) befindet sich Insidern zufolge bei der 43 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Twitter auf der Zielgeraden. Ein Deal stehe kurz bevor und könne noch am Montag bekannt gegeben werden, berichten die Nachrichtenagenturen Bloomberg, Reuters und das "Wall Street Journal"  am Montag unter Berufung auf Insider. Der US-Kurznachrichtendienst sei bereit, die Offerte des Tesla-Chefs in Höhe von 54,20 Dollar je Aktie  anzunehmen. Der Aufsichtsrat müsse noch zusammenkommen, um den Twitter-Aktionären die Transaktion zu empfehlen. Ein Scheitern in letzter Minute sei allerdings auch noch möglich. Die Aktie stieg zuletzt um 5 Prozent auf 51,40 US-Dollar

Zunächst war erwartet worden, dass Twitter das Angebot, das Musk am 14. April unterbreitet hatte, zurückweisen und eine sogenannte "Giftpille" einführen würde. Mit der Ankündigung des Tesla-Chefs, dass er über Finanzierungszusagen in Höhe von 46,5 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) verfüge, hatte Twitter seine Haltung den Berichten zufolge geändert und die Tür für Verhandlungen geöffnet. Laut den Berichten hatten die Parteien in der Nacht zu Montag mit den Verhandlungen begonnen.

Das "Wall Street Journal" schreibt, Musk habe sich noch am Freitag privat an mehrere Aktionäre des Unternehmens per Videokonferenz gewandt, um die Vorzüge seines Vorschlags zu preisen und gleichzeitig zu wiederholen, dass der Vorstand eine "Ja-oder-Nein"-Entscheidung zu treffen habe. Dies habe die Entscheidung von Twitter beschleunigt Verhandlungen aufzunehmen.

Musk habe in den Gesprächen erklärt, er sehe keine Möglichkeit, dass das Management von Twitter die Aktie aus eigener Kraft auf seinen Angebotspreis bringen könne. Einige Aktionäre hätten sich nach den Sitzungen dann Musk angeschlossen.

Musk wandte sich direkt an andere Aktionäre

So erklärte Lauri Brunner, die den Large-Cap Growth Fund von Thrivent Asset Management LLC verwaltet: "Musk hat eine etablierte Erfolgsbilanz bei Tesla. Er ist der Katalysator für eine starke operative Leistung bei Twitter." Der Vermögensverwalter mit Sitz in Minneapolis hält einen Anteil von etwa 0,4 Prozent an Twitter und ist auch Aktionär von Tesla.

Der Vorstand von Twitter sollte sich mit Musk auseinandersetzen, da die Aktie des Unternehmens seit dem Börsengang vor acht Jahren "nirgendwo hingegangen ist", zitiert das WSJ zudem Jeff Gramm, Portfoliomanager bei Bandera Partners, einem New Yorker Hedgefonds. Der Fonds hatte zuletzt im Februar Twitter-Aktien und besitzt insgesamt etwa 950.000 Stück.

Der Tesla-Chef und neue Großaktionär hatte sein Angebot bereits zuvor als sein bestes und letztes bezeichnet. Die Papiere hatten am Freitag bei 48,93 Dollar geschlossen, was verdeutlicht, dass die Anleger bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich an eine Übernahme glaubten.

Twitter wie auch Musk, der laut Forbes mit 265 Milliarden Dollar Vermögen reichste Mann der Welt, waren am Montag zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Musk hatte sich in den vergangenen Monaten bereits einen Anteil von gut 9 Prozent zusammengekauft.

Twitter wird am Donnerstag seine Ergebnisse für das erste Quartal veröffentlichen. Es wird erwartet, dass das Unternehmen sich spätestens dann zu dem Angebot äußern wird, wenn nicht schon früher.

rei, dri/dpa-afx, Reuters