Kampf um Kurznachrichtendienst US-Finanzinvestor will sich an Twitter-Offerte beteiligen

Elon Musk kämpft weiter um die Übernahme von Twitter und erhält nun offenbar finanzkräftige Unterstützung eines US-Investors. Der Multimilliardär wirbt zudem mit Einsparungen beim Gehalt des Twitter-Vorstands um die Gunst der Aktionäre.
Objekt der Begierde: Elon Musk will Twitter für 41 Milliarden Dollar übernehmen und von der Börse nehmen – doch der Kurznachrichtendienst wehrt sich

Objekt der Begierde: Elon Musk will Twitter für 41 Milliarden Dollar übernehmen und von der Börse nehmen – doch der Kurznachrichtendienst wehrt sich

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Der US-Finanzinvestor Apollo will einem Pressebericht zufolge möglicherweise bei einer Übernahme des Kurznachrichtendiensts Twitter mitmischen. Das Unternehmen erwäge, entweder den Tech-Milliardär Elon Musk (50) oder einen anderen Bieter bei einer Kaufofferte mit Kapital oder Krediten zu unterstützen, berichtete das "Wall Street Journal" ("WSJ") in der Nacht zum Dienstag und berief sich auf mit der Sache vertraute Personen. Der Finanzinvestor habe auch eine mögliche Zusammenarbeit zwischen seinem Internetdienst Yahoo und Twitter durchgespielt. Apollo hatte Yahoo von dem US-Telekommunikationskonzern Verizon übernommen.

Musk hatte vergangene Woche einen Versuch gestartet, Twitter zu kaufen. Er hält bereits gut 9 Prozent der Anteile und bietet allen Twitter-Anteilseignern 54,20 US-Dollar pro Aktie. Er habe "technisch gesehen" die nötigen Mittel, um den rund 41 Milliarden Dollar (38 Milliarden Euro) schweren Deal durchzuziehen, erklärte der 50-jährige Multimilliardär.

Die entscheidende Frage ist, ob genug heutige Aktionäre ihre Anteile zu dem gebotenen Preis verkaufen wollen. Twitter hat neben dem Streubesitz mehrere Finanzinvestoren als große Anteilseigner, die jeweils zwischen 2 und 8 Prozent der Anteile halten. Es würde also nicht reichen, nur wenige Großaktionäre vom Verkauf zu überzeugen. Ein wichtiger Anteilseigner, der saudische Prinz Alwaleed bin Talal (67), erteilte Musk bereits öffentlich eine Absage.

Dem "Wall Street Journal" zufolge interessieren sich aber bereits weitere Finanzinvestoren wie Thoma Bravo für den Kurznachrichtendienst. Twitter-Aktien  legten nach Verlusten am Donnerstag und Freitag zuletzt um 3,5 Prozent auf 46,68 Dollar zu.

Twitter serviert Giftpille

Twitter wehrt sich gegen Musks Übernahmeversuch. Die Gegenmaßnahme sieht vor, dass andere Aktionäre zusätzlich Anteile günstig kaufen können, wenn ein Aufkäufer die Marke von 15 Prozent überschreitet. Der Schritt ist eine klassische "Giftpille", zu der von Übernahmen bedrohte Firmen greifen. Der Plan solle für ein Jahr gelten, teilte der Twitter-Verwaltungsrat mit. Eine Ausnahme wäre, wenn ein Deal vom Aufsichtsgremium genehmigt wird.

Angesichts der Gegenmaßnahme holte Musk zum Konter aus. "Das Gehalt des (Twitter-)Vorstands wird Null Dollar betragen, wenn mein Angebot erfolgreich ist", twitterte Musk am Montag. "Das sind also drei Millionen Dollar pro Jahr, die wir hier sparen." Musk reagierte mit dem Tweet auf den Beitrag eines anderen Nutzers, der den Twitter-Vorstand kritisiert hatte.

Musk ist der mit Abstand reichste Mensch der Welt. Sein Vermögen wird vom Finanzdienst Bloomberg auf Basis jüngster Aktienkurse auf 251 Milliarden Dollar (232 Milliarden Euro) geschätzt. Den Reichtum machen hauptsächlich Beteiligungen am Elektroauto-Hersteller Tesla und der Raumfahrtfirma SpaceX aus. Für einen Twitter-Kauf müsste er also entweder Aktien abstoßen oder Kredite mit den Beteiligungen als Sicherheit aufnehmen.

mg/dpa-afx, Reuters