Hauptsitz wird verlagert TikTok soll US-Unternehmen werden

Die Video-App TikTok sucht einen Ausweg, dem Verbot in den USA zu entgehen. Mit Hilfe von Oracle soll das Unternehmen nun amerikanisch werden - ohne, dass der chinesische Eigner ByteDance Kontrolle abgeben muss.
TikTok will seinen Hauptsitz in die USA verlegen

TikTok will seinen Hauptsitz in die USA verlegen

Foto: MIKE BLAKE / REUTERS

TikTok soll ein US-Unternehmen werden. Das berichtete die "Financial Times"  am Dienstagabend. Demnach will Mutterkonzern ByteDance den Hauptsitz der Video-App TikTok in die USA verlegen. Gleichzeitig soll der Softwarekonzern Oracle mit einer Minderheitsbeteiligung an in das Unternehmen investieren. Am Mittwochnachmittag solle der Deal bekannt gegeben werden, heißt es weiter.

Oracle soll demnach Technologiepartner werden, das in Peking ansässige ByteDance würde jedoch eine Mehrheitsbeteiligung am globalen Geschäft von TikTok behalten. Zusätzlich zu diesem Deal soll der US-Behörde zur Überprüfung ausländischer Investitionen, CFIUS, vorgeschlagen werden, die Sicherheit der Nutzerdaten der Video-App zu überwachen.

ByteDance könnte damit womöglich einen erzwungenen Verkauf von TikTok in den USA umgehen. US-Präsident Donald Trump (74) drohte wegen Sicherheits- und Datenschutzbedenken im vergangenen Monat mit dem Verbot der beliebten App, sollte diese nicht mehrheitlich in die Hand eines US-Konzerns übergehen. Trump sieht in den TikTok-Aktivitäten ein Risiko für die nationale Sicherheit. Er befürchtet, dass Informationen der rund 100 Millionen monatlichen Nutzer in den USA mit der chinesischen Regierung geteilt werden könnten. Die US-Regierung hat ByteDance eine Frist bis zum 20. September für den Verkauf seiner Videoplattform TikTok in den USA gesetzt. Laut Insidern überprüft Trump derzeit den Vorschlag von ByteDance.

Trump hatte am Dienstag noch gesagt, er habe gehört, dass Oracle einem Deal über ByteDances TikTok sehr nahe sei, obwohl Quellen sagten, das chinesische Unternehmen wolle die Mehrheit an der beliebten Kurzvideo-App behalten. Seine Regierung werde bald eine Entscheidung darüber treffen, ob sie ihn genehmigen, sagte er weiter. Er sei ein Fan von Larry Ellison (76), dem Vorsitzenden von Oracle. Finanzminister Steven Mnuchin (57) hatte am Montag gesagt, dass ByteDance auch angeboten habe, 20.000 US-Arbeitsplätze bei TikTok zu schaffen.

Mnuchin, der auch Vorsitzender von CFIUS ist, sowie Handelsminister Wilbur Ross (82) sollen sich am Dienstag im Weißen Haus getroffen haben, um den Vorschlag von ByteDance zu prüfen, berichtet Reuters unter Berufung auf Insider.

akn/Reuters