Oracle-Einstieg doch wieder fraglich Verwirrung um TikTok-Deal

Der gerade verkündete Durchbruch für einen TikTok-Deal steht schon wieder infrage. Die künftigen Partner Oracle und ByteDance verbreiten gegensätzliche Versionen, wer denn nun die Kontrolle ausübt - und Donald Trump droht erneut.
ByteDance-Zentrale in Peking

ByteDance-Zentrale in Peking

Foto: GREG BAKER / AFP

US-Präsident Donald Trump (74) will nur grünes Licht für einen TikTok-Deal geben, wenn die chinesischen Eigner die Kontrolle über ihren Kurzvideodienst verlieren. Die amerikanischen Investoren Oracle und Walmart würden die "völlige Kontrolle" bekommen, sagte Trump in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News am Montag. "Wenn wir herausfinden, dass sie nicht die völlige Kontrolle haben, dann werden wir dem Deal nicht zustimmen." Er werde das Geschehen genau verfolgen.

Zwar sollen sich am Wochenende der chinesische TikTok-Eigner Bytedance mit Oracle und Walmart auf einen Deal mit dem Segen der US-Regierung geeinigt haben, womit ein sofortiges Aus des boomenden Geschäfts in den USA in letzter Minute abgewendet wurde. Jedoch verbreiteten beide Seiten am Montag weiterhin unterschiedliche Aussagen zu den geplanten Mehrheitsverhältnissen.

ByteDance teilte mit, der chinesische Konzern werde die neu zu gründende US-Tochter TikTok Global zu 80 Prozent besitzen und als Tochtergesellschaft führen. Binnen eines Jahres sei ein Börsengang geplant. ByteDance-Gründer Zhang Yiming (37), Walmart-Chef Doug McMillon (53) und die aktuellen Aufsichtsräte von ByteDance seien für das Board der neuen Firma nominiert.

Laut ByteDance umfasse der Deal keinen Transfer der Algorithmen oder anderer Technologie aus China. Oracle werde den von TikTok in den USA benutzten Quellcode einsehen können, dies sei vergleichbar mit der Öffnung von US-Konzernen wie Microsoft gegenüber chinesischen Experten. Ausdrücklich als "Gerücht" wies ByteDance die von Trump am Wochenende verbreitete Version zurück, TikTok Global werde "nichts mehr mit China zu tun haben". Die von Trump bejubelte "Provision" für die US-Staatskasse in Höhe von fünf Milliarden Dollar stelle nichts anderes dar als eine Prognose der regulär in den kommenden Jahren anfallenden Steuern.

Oracle: "ByteDance wird kein Eigentum an TikTok Global haben"

Oracle seinerseits teilte jedoch am Montag mit, "ByteDance wird kein Eigentum an TikTok Global haben", und bestätigte so die Aussagen aus Washington.

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Bekannt ist, dass der von Trump-Freund Larry Ellison (76) gegründete Softwarekonzern 12,5 Prozent der Anteile als "Technologiepartner" übernehmen soll, der Supermarktriese Walmart als "Handelspartner" weitere 7,5 Prozent. Laut Insidern beruht die Rechnung, dass es sich um eine amerikanische Mehrheitsübernahme handle, auf den bestehenden ByteDance-Investoren. 41 Prozent der Aktien des chinesischen Unternehmens würden bereits heute von Amerikanern gehalten. Laut manchen Quellen soll der Deal das Unternehmen mit 50 Milliarden Dollar bewerten. Vor wenigen Wochen war noch von 30 Milliarden Dollar die Rede, allerdings beschränkt auf das TikTok-Geschäft in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland.

Neben der Trump-Regierung stellt auch die chinesische Führung eine Hürde für den Deal dar. Nachdem die Staatszeitung "Global Times" am Wochenende gelobt hatte, die Einigung vermeide das Schlimmste oder könne gar als Kehrtwende Trumps gedeutet werden, schrieb der Chefredakteur am Montag, Peking werde den Verkauf unter den aktuellen Bedingungen blockieren.

ak/reuters
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