USA prüfen Verbot der Teenie-App Teenie-App TikTok löst Chaos bei Amazon aus

Der TikTok-Konzern Bytedance ist einer der am stärksten wachsenden Konzerne der Welt - und wird von der US-Regierung der Spionage verdächtigt. Der Konflikt erreicht nun auch den US-Giganten Amazon.
So mittelmäßig einladend: ByteDance-Zentrale in Peking. Der Konzern gibt die App TikTok heraus.

So mittelmäßig einladend: ByteDance-Zentrale in Peking. Der Konzern gibt die App TikTok heraus.

Foto: GREG BAKER/ AFP

Die Debatte um die Waffenfähigkeit der chinesischen Klamauk-App TikTok hat einen der drei größten US-Techkonzerne in ein kurzes, heftiges Führungschaos gestürzt. Am Freitag verbat Amazon seinen Mitarbeitern zuerst, TikTok auf den konzerneigenen Mobilgeräten zu installieren - um das Verbot dann wenige Stunden wieder aufzuheben. Man habe einen Fehler gemacht, teilte Amazon mit. Wie es zu dem Hin und Her kam, wurde nicht öffentlich.

Der Fall zeigt, wie sehr der Besitz privater Daten inzwischen als geostrategische Waffe klassifiziert wird und deren Sammelstellen zum Objekt politischer Strategien. US-Außenminister Mike Pompeo (56) hatte in dieser Woche mitgeteilt, die Vereinigten Staaten prüften "mit Sicherheit", ob sie TikTok in den Vereinigten Staaten verbieten sollten. Als er in einem Interview gefragt wurde, ob Amerikaner TikTok herunterladen sollten, sagte er: "Nur wenn sie ihre privaten Daten der Kommunistischen Partei Chinas übermitteln wollen".

Schon seit Wochen tobt - ähnlich wie um den Netzwerkausrüster Huawei - eine Debatte, inwieweit die chinesische Staatsregierung auf die Daten Zugriff hat, die TikToks Mutterkonzern Bytedance und deren Gründer Zhang Yiming (37) sammeln. Bytedance ist derzeit einer der am stärksten wachsenden Datenverwertungs-Konzerne der Welt  mit einem geschätzten Jahresumsatz von zuletzt 19 Milliarden Dollar und einer Firmenbewertung von etwa 75 Milliarden Dollar. Indien hatte TikTok im Juni verboten. Nach Angaben von Bytedance werden die Daten von TikTok in den USA gespeichert, mit einer Kopie in Singapur. Auch unter deutschen Jugendlichen ist die App äußerst beliebt.

Vor einigen Tagen hatte die US-Großbank Wells Fargo ihre Beschäftigten angewiesen, TikTok von Mobilgeräten zu entfernen, die der Konzern ihnen zur Verfügung gestellt hatte. Als Grund nannte die Bank unter anderem "Bedenken über Tiktoks Kontrolle von und Umgang mit Sicherheit und Privatsphäre".

soc/Reuters
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