Viele Neukunden und starke US-Tochter Deutsche Telekom hebt Prognose an

Die Telekom legte gute Quartalszahlen vor und peilt für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinn von 37 Milliarden Euro an. Außerdem will das Unternehmen seine Bürofläche in Deutschland halbieren.
Grund zur Freude: Ohne die US-Tochter T-Mobile wäre Telekom-Chef Tim Höttges das Lachen wohl vergangen

Grund zur Freude: Ohne die US-Tochter T-Mobile wäre Telekom-Chef Tim Höttges das Lachen wohl vergangen

Foto: Federico Gambarini/dpa

Die Deutsche Telekom lässt sich von der weltweiten Wirtschaftsabkühlung nicht schrecken und hebt ihren Ausblick zum zweiten Mal in diesem Jahr an. "In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld wachsen wir weiter", sagte Firmenchef Tim Höttges am Donnerstag. Der Dax-Konzern stellt nun dank zahlreicher Neukunden 2022 einen Jahresgewinn von rund 37 Milliarden Euro in Aussicht nach bisher mehr als 36,6 Milliarden Euro. Das lag auch an den 194.000 Neukunden in Deutschland.

Zugpferd für das hervorragende Ergebnis ist die US-Tochter T-Mobile, die mehr als die Hälfte der Einnahmen des Konzerns erwirtschaftet. Im zweiten Quartal kletterte der Gewinn des Bonner Konzerns mit seinen weltweit mehr als 200.000 Mitarbeitern um 5 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 5,9 Prozent auf 28,2 Milliarden Euro zu. Das lag allerdings auch am starken Dollar. Auf dem wichtigen Heimatmarkt legten die Erlöse um 2,7 Prozent zu, womit die Telekom besser abschnitt als der kleinere Konkurrent Vodafone. Das Telekom-Papier verzeichnete in diesem Jahr bisher rund 15 Prozent Kursgewinn und zählt damit zu den besten Dax-Titeln seit Ende 2021.

Ihre Verschuldungsquote will die Deutsche Telekom kräftig reduzieren. Zudem soll über kurz oder lang die Bürofläche in Deutschland um fast die Hälfte reduziert werden. "Sowohl am Standort Darmstadt als auch in Bonn werden 50 Prozent der Bürofläche mittelfristig verschwinden", sagte Höttges in der Telefonkonferenz mit Journalisten. "Wir waren in der Vergangenheit überdimensioniert, weil Mitarbeiter auch bei Kunden vor Ort waren." Künftig sollten Mitarbeiter die Möglichkeit haben, ihrer Arbeit auf hybride Weise nachzugehen.

fw/dpa-AFX, Reuters
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