Aktie unter Druck Permira erlöst eine Milliarde Euro mit Verkauf von Teamviewer-Aktien

Die Übernahme des Softwareanbieters Teamviewer hatte sich für den Finanzinvestor Permira bereits nach dem Börsengang im Herbst vergangenen Jahres ausgezahlt. Nun macht Permira zum dritten Mal in diesem Jahr Kasse.
Teamviewer-Logo vor der Frankfurter Börse zum Börsengang im September 2019

Teamviewer-Logo vor der Frankfurter Börse zum Börsengang im September 2019

Foto: Andreas Arnold / dpa

Der Softwareanbieter Teamviewer wird für den Finanzinvestor Permira zu einem immer besseren Geschäft. Etwas mehr als ein Jahr nach dem Börsengang und zwei Platzierungen im März und Mai verkaufte Permira in der Nacht von Montag auf Dienstag weitere Anteile und nahm damit fast eine Milliarde Euro ein. Damit summieren sich die Erlöse aus Aktienverkäufen durch den Börsengang und danach auf etwas mehr als 4,8 Milliarden Euro. Zudem ist das 28-prozentige Aktienpaket, das Permira noch hält, derzeit rund 2,5 Milliarden Euro wert. 

Permira hatte Teamviewer erst 2014 für rund 870 Millionen Euro gekauft und dann im Herbst 2019 an die Börse gebracht. Beim größten deutschen Tech-Börsengang seit dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende konnte der Investor 2,2 Milliarden Euro erlösen. Zudem nutzte der Finanzinvestor den Kursanstieg der Aktie in diesem Jahr zu nun insgesamt drei Anteilsplatzierungen.

Das Unternehmen Teamviewer ist einer der Gewinner der Corona-Krise. Die Göppinger profitieren von einer hohen Nachfrage nach Fernwartungs- und Homeoffice-Software. Die im MDax  notierte Aktie stieg in diesem Jahr bis zum Xetra-Schluss am Montag um 45 Prozent und zählt damit zu den besten deutschen Titeln seit Ende 2019. Am Dienstag gab das Papier wegen der weiteren Platzierung durch Permira um 7,5 Prozent nach.

Bei den anderen beiden Anteilsverkäufen in diesem Jahr konnte die Aktie die jeweiligen Rückschläge immer schnell wieder ausbügeln. Zuletzt war jedoch bei der Aktie ein wenig die Luft raus. So bröckelte der Kurs vom Anfang Juli erreichten Rekordhoch von knapp 55 Euro in den vergangenen Monaten ab. Es mehrten sich Zweifel daran, ob Teamviewer das Wachstumstempo halten kann. Das Management hatte nach dem rasanten Wachstum im ersten Halbjahr ohnehin eine Normalisierung in Aussicht gestellt.

Trotz des jüngsten Dämpfers können sich Erstzeichner des Börsengangs über ein Kursplus von rund 75 Prozent bis Montagabend freuen. Neben dem Investor Permira und den Aktieninvestoren zählen auch Konzernchef Oliver Steil und Finanzvorstand Stefan Gaiser zu den Gewinnern des Börsengangs. Wegen des Erfolgs des Unternehmens am Kapitalmarkt bekamen sie 2019 eine Vergütung von 41 Millionen Euro beziehungsweise 21 Millionen Euro - einen Großteil davon direkt von Permira.

mg/dpa-afx
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