Bewährungsprobe für neuen Chef Hacker erbeuten Daten von Millionen T-Mobile-US-Kunden

Bestätigt hatte T-Mobile US den Hackerangriff bereits, nun wird das Ausmaß der Attacke deutlich. Für den neuen T-Mobile-Chef Mike Sievert eine erste Bewährungsprobe.
Daten von Millionen Kunden geklaut: T-Mobile-US-Chef Mike Sievert, der die Führung des Unternehmens im Frühjahr 2020 von John Legere übernommen hat, übt sich erstmals im Krisenmanagement

Daten von Millionen Kunden geklaut: T-Mobile-US-Chef Mike Sievert, der die Führung des Unternehmens im Frühjahr 2020 von John Legere übernommen hat, übt sich erstmals im Krisenmanagement

Foto: Brian Ach / AP

Bei dem jüngsten Angriff auf den Mobilfunker T-Mobile US sind die Hacker an die Daten von Millionen Kunden gelangt. Zu den offengelegten Informationen gehörten Namen, Sozialversicherungsnummern sowie Geburts- und Führerscheindaten von aktuellen wie auch früheren Kunden, teilte die Tochter der Deutschen Telekom am Mittwoch mit. Finanzielle Informationen wie etwa Kreditkartennummern oder auch Passwörter seien nicht darunter.

In dem gestohlenen Datensatz waren den Angaben zufolge die Informationen von rund 7,8 Millionen Vertragskunden sowie von rund 40 Millionen früheren oder potenziellen Kunden und rund 850.000 Kunden mit Guthabenkonten. Das Datenleck wurde inzwischen geschlossen. T-Mobile US forderte Kunden auf, Passwörter und Pins zu ändern. Mit solch ausführlichen Datensätzen können Kriminelle erheblichen Schaden anrichten, zum Beispiel durch Identitätsdiebstahl. Insgesamt zählt T-Mobile US eigenen Angaben zufolge etwas mehr als 100 Millionen Kunden.

Die Telekom-Tochter hatte nach Berichten über einen mutmaßlichen Hackerangriff Ermittlungen aufgenommen. Zuvor wurde eine Nachricht in einem Onlineforum gepostet, wonach die persönlichen Daten von mehr als 100 Millionen Nutzern ergattert wurden. Darüber wiederum berichtete die Onlineplattform Vice Motherboard.

Leidet die Cashcow der Deutschen Telekom?

Das Sicherheitsleck ist die erste Bewährungsprobe für den seit Mai 2020 amtierenden T-Mobile-US-Chef Mike Sievert (53). Bisher läuft es rund für ihn, seit Frühjahr vergangenen Jahres hat sich der Börsenwert der Telekom-Tochter auf rund 180 Milliarden US-Dollar (150 Milliarden Euro) verdoppelt.

Allein im zweiten Quartal dieses Jahres kletterten die Erlöse um 13 Prozent auf 20 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit seinen 75.000 Mitarbeitern 978 Millionen Dollar. Damit fiel der Überschuss fast achtmal so hoch aus wie vor einem Jahr, als die Bilanz stark unter hohen Kosten wegen der Fusion mit dem US-Rivalen Sprint und der Corona-Krise litt. Die Prognose für das Gesamtjahr hat Sievert bereits zweimal angehoben. Der Hackerangriff könnte die Cashcow der Deutschen Telekom nun empfindlich treffen.

Der Bonner Konzern hält rund 43 Prozent an T-Mobile US, hat durch eine Stimmrechtsvereinbarung mit dem japanischen Partner Softbank aber die Kontrolle über die US-Tochter und rechnet sie damit auch voll in die eigenen Konzernzahlen ein. Das beschert der Telekom seit Monaten verlässlich gute Kennzahlen. Kein Wunder, dass Konzernchef Tim Höttges (58) die Mehrheit an der Tochter übernehmen will. Was neben der erfolgreichen US-Sparte noch zum Erfolg des Dax-Konzerns beigetragen hat, können Sie hier  nachlesen.

mg/Reuters, dpa-afx
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