T-Mobile US "Wir haben nicht vor, langsamer zu werden"

Der Nettogewinn bricht im dritten Quartal ein, aber operativ sieht T-Mobile-US-Chef Mike Sievert eine "unglaubliche" Entwicklung bei der Telekom-Tochter - und hebt die Jahresziele erneut an.
"Wir übertreffen einfach weiterhin unsere eigenen Ziele", sagt Mike Sievert, Chef der Telekom-Tochter T-Mobile US

"Wir übertreffen einfach weiterhin unsere eigenen Ziele", sagt Mike Sievert, Chef der Telekom-Tochter T-Mobile US

Foto: Stephen Brashear / AP

Der US-Mobilfunker T-Mobile US hebt seine Erwartungen nach einem starken dritten Quartal zum dritten Mal in diesem Jahr an. Im Gesamtjahr werde nun mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) zwischen 23,4 und 23,5 Milliarden Dollar gerechnet, wie die Deutsche-Telekom-Tochter am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Erst im Juli war die Prognose für 2021 auf 23,0 bis 23,3 Milliarden Dollar angehoben worden. "Wir übertreffen einfach weiterhin unsere eigenen Ziele für Wachstum, Gewinn und Synergien und wir haben nicht vor, langsamer zu werden", sagte Firmenchef Mike Sievert (53) und sprach von "unglaublichen" Ergebnissen.

Von Juli bis September gewann das Unternehmen, das weiterhin von der Übernahme des kleineren Konkurrenten Sprint und der hohen 5G-Nachfrage profitiert, 673.000 Vertragskunden. Nun will T-Mobile US 2021 die Vertragskundenbasis um 5,1 bis 5,3 Millionen ausbauen und hebt damit die untere Spanne der Erwartungen leicht an. Inzwischen kommt der Mobilfunker insgesamt auf bisher nie erreichte 106,9 Millionen Kunden.

T-Mobile US zählt fast 107 Millionen Kunden

Das Unternehmen aus Bellevue im Bundesstaat Washington macht seit Jahren mit einer aggressiven Preispolitik, Investitionen und Marketing Jagd auf die beiden Wettbewerber AT&T und Verizon. Zugutekommt T-Mobile US nun auch die schneller als erwartete Zusammenführung des Geschäfts mit Sprint. Der Umsatz von T-Mobile US kletterte im dritten Quartal um 2 Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar.

Zudem rechnet T-Mobile im laufenden Geschäftsjahr mit Kostensenkungen zwischen 3,2 Milliarden und 3,5 Milliarden Dollar durch den Zusammenschluss mit dem bisherigen Rivalen Sprint. Bisher hatte die Prognose bei 2,9 Milliarden bis 3,2 Milliarden Dollar gelegen.

Sprint-Fusion schlägt weiter negativ auf Nettogewinn durch

In den Monaten Juli bis September verdiente der Rivale von Verizon und AT&T unterdessen deutlich weniger. Der Nettogewinn sank im Vergleich zum Vorjahreswert um knapp 45 Prozent auf 691 Millionen Dollar (597 Millionen Euro). Dies lag den Angaben zufolge vor allem an einer Belastung von 707 Millionen Dollar infolge der Fusion mit Sprint. Analysten hatten im Schnitt mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet.

Analyst Philip Cusick von der US-Bank JPMorgan bezeichnete die Ergebnisse als solide. Er geht davon aus, dass der Zuwachs bei den Vertragskunden im Schlussquartal noch weiter steigt. Brett Feldman von Goldman Sachs stufte die Entwicklung bei den Mobilfunkverträgen sogar als eine der höchsten in der Branche ein. Beide Experten sprachen Kaufempfehlungen für die T-Mobile-US-Aktie aus. Vorbörslich legte der Kurs am Mittwoch in New York mehr als 7 Prozent zu.

rei/Reuters, dpa-afx
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