Aktie knickt ein Suse-Chefin Di Donato kappt Umsatzprognose

CEO Melissa Di Donato erhöht zwar die Profitabilitätsziele des Softwareanbieters, senkt aber zugleich die mittelfristige Umsatzprognose. Das enttäuscht die Anleger, die Suse-Aktie rutscht ab.
Auf Profitabilität getrimmt: Suse-Chefin Melissa Di Donato strebt eine höhere Marge an

Auf Profitabilität getrimmt: Suse-Chefin Melissa Di Donato strebt eine höhere Marge an

Foto: Suse

Der Softwareanbieter Suse hat seine Umsatzziele gekappt. Auf mittlere Sicht soll die Erlöse des Konzerns nun jährlich um rund 15 bis knapp 20 Prozent zulegen, wie Suse am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Zuvor hatte das Unternehmen im Schnitt mit rund 20 Prozent pro Jahr wachsen wollen.

Der Aktie  taten die eingedampften Umsatzziele nicht gut, der Kurs sackte ab. Das im SDax notierte Papier fiel zuletzt um mehr als 6 Prozent auf 16,84 Euro. Bereits im vergangenen Jahr hat der Kurs deutlich Federn gelassen; das Rekordhoch bei fast 44 Euro vom Jahresbeginn 2022 ist in weite Ferne gerückt.

Suse-Chefin Melissa Di Donato (49) will die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nun auf mehr als 40 Prozent hochtreiben statt nur in Richtung der 40 Prozent. Einem Händler zufolge richtet sich Suse damit perspektivisch stärker auf Profitabilität aus. "Nach dem erfolgreichen Jahresende liegt unser Fokus jetzt voll und ganz darauf, auch im Geschäftsjahr 2023 eine robuste Performance abzuliefern", so die Di Donato.

Im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende Oktober) bleibt der Spezialist für Linux-Betriebssysteme mit operativem Hauptsitz in Nürnberg bei seiner bereits bekannten Prognose, dass der Umsatz währungsbereinigt um 11 bis 13 Prozent zulegen und die Marge über dem Vorjahreswert von 37 Prozent liegen soll.

Verluste im vergangenen Geschäftsjahr eingedämmt

Im vergangenen Geschäftsjahr hat Suse die Verluste eingedämmt. Unter dem Strich lag der Fehlbetrag bei 39,5 Millionen US-Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Suse noch rote Zahlen in Höhe von 207,6 Millionen Dollar ausgewiesen. Neben dem Wachstum des Geschäfts trugen Kostensenkungen zum geringeren Verlust bei.

Die vorläufigen Zahlen zum Ende Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 bestätigte das Management. Der Umsatz kletterte im Gesamtjahr um 17 Prozent auf 653 Millionen Dollar, die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erreichte wie im Vorjahr 37 Prozent.

Im vierten Quartal hat das Nürnberger Softwarehaus dank eines Sparkurses und positiver Wechselkurseffekte operativ wieder Gewinn gemacht. Das Betriebsergebnis erreichte acht Millionen Dollar nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum von 20 Millionen. Der Umsatz hatte um 12 Prozent auf 170 Millionen Dollar zugelegt.

mg/dpa-afx

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