Spezialist für Datenanalyse Mehr kommerzielle Kunden bei Palantir

Das Software-Unternehmen Palantir steigert seinen Umsatz durch neue Kunden, bleibt aber in der Verlustzone stecken. Geschockt zeigen sich die Aktionäre des Spezialisten für Datenanalysen von der Prognose. Die Aktie bricht zweistellig ein.
Ging im Herbst 2020 an die Börse: das US-Unternehmen Palantir

Ging im Herbst 2020 an die Börse: das US-Unternehmen Palantir

Foto: Arnd Wiegmann / REUTERS

Palantir hat seinen Umsatz im vierten Quartal um 34 Prozent auf rund 433 Millionen Dollar gesteigert. Dazu haben Regierungsaufträge und ein wachsendes kommerzielles Portfolio beigetragen, welche die Erlöse ankurbelten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zugleich erhöhte sich der Netto-Quartalsverlust auf rund 156 Millionen US-Dollar nach 148 Millionen US-Dollar im Vorjahr.

Das geheimnisumwitterte  und von CEO Alex Karp (54) geführte Unternehmen, das für seine Zusammenarbeit mit der US-Armee, der CIA und anderen Regierungsbehörden bekannt ist, erwartet einen Wachstumsschub durch Verträge mit großen Unternehmen. Palantir, das seine Software nach eigenen Angaben nur den Vereinigten Staaten und "ihren Verbündeten" zur Verfügung stellt, verdreifachte die Zahl seiner gewerblichen Kunden im Jahr 2021 auf 147 Kunden – angetrieben durch so bekannte Marken wie Ferrari und IBM.

Das US-Handelsgeschäft spielt dabei offenbar eine immer wichtigere Rolle. "Vor zwei Jahren waren es noch 6 Prozent der Einnahmen, jetzt sind es bereits 13 Prozent", sagte Chief Operating Officer Shyam Sankar in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Aktien brechen zweistellig nach Prognose ein

Gleichwohl brachen die Aktien  der Datenanalysefirma an der New Yorker Börse am Donnerstag in der Spitze um fast 15 Prozent ein und steuerten damit auf den höchsten Tagesverlust seit dem Börsengang vor etwa eineinhalb Jahren zu.

Wegen Investitionen in künftiges Wachstum rechnet das Unternehmen für 2022 mit einem Rückgang der Gewinnspanne auf 27 Prozent nach 31 Prozent im vergangenen Jahr. "Ich bin nicht überrascht, dass die Margen sinken. Es scheint, als hätten sie zu viel verdient und würden nun aggressiver investieren", sagte RBC-Analyst Rishi Jaluria.

Palantir will noch in diesem Jahr nach Europa expandieren und hat sein Vertriebsteam ausgebaut. Palantir, das von dem Tech-Milliardär Peter Thiel (54) unterstützt wird, prognostizierte für das laufende erste Quartal einen Umsatz von 443 Millionen Dollar.

hr/Reuters