Japanischer Tech-Investor Softbank will dritten Vision Fund auflegen

Mit seinen Vision Funds 1 und 2 hatte Softbank-Chef Masayoshi Son zuletzt wenig Erfolg. Doch der Japaner ist Profi: Er denkt inmitten der Tech- und Start-up-Krise bereits über die Gründung eines dritten Investmentvehikels nach.
Große Pläne: Softbank-Chef Masayoshi Son will womöglich einen weiteren Fonds gründen

Große Pläne: Softbank-Chef Masayoshi Son will womöglich einen weiteren Fonds gründen

Foto: Kim Kyung-Hoon/ REUTERS

Der weltgrößte Technologieinvestor Softbank erwägt einem Bericht des "Wall Street Journal"  zufolge die Auflegung eines dritten Vision Fund. Softbank, in den vergangenen Jahren weltweit größter Start-up-Investor, werde aller Voraussicht nach eigenes Kapital einsetzen und in den kommenden Monaten darüber entscheiden, berichtete das Blatt am Mittwoch.

Softbank-Chef Masayoshi Son (65) hatte vergangenen Monat mitgeteilt, dass er den Investmentarm Vision Fund nach einem Verlust von 50 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr umstrukturieren werde. Im zweiten Quartal dieses Jahres betrug der Verlust des Unternehmens 23 Milliarden Dollar.

Die Größe eines neuen Fonds könne jedoch noch nicht bestimmt werden, so das "WSJ". Zudem bestünden Überlegungen des Unternehmens, anstelle eines neuen Fonds zusätzliches Geld in den Vision Fund 2 zu stecken, den zuletzt wichtigsten Investmentarm von Softbank.

Ein neuer Fonds wäre dem Bericht zufolge eine Möglichkeit, die Mitarbeitervergütung neu zu regeln. Das Technologiekonglomerat hat seine Investitionstätigkeit radikal zurückgefahren und wichtige Vermögenswerte verkauft, darunter Anteile am E-Commerce-Riesen Alibaba, wobei die Führungskräfte einen Börsengang des Chipdesigners Arm zur Beschaffung weiterer Mittel anstrebten.

Die Verluste von Softbank entstanden mit den beiden bisherigen Vision Funds. Dabei erzielte Softbank schlechte Investmentergebnisse mit Engagements etwa beim Büroflächenvermittler WeWork sowie beim Fahrdienst Didi Global. Der Vision Fund 1 hatte ursprünglich ein Volumen von rund 100 Milliarden Dollar, die etwa aus Saudi-Arabien und einigen Emiraten stammten. Vision Fund 2 hatte ursprünglich ein Volumen von knapp 50 Milliarden Dollar, so das "WSJ". Der Fonds sei inzwischen 19 Prozent weniger wert als zunächst investiert wurde, so die Zeitung.

cr/Reuters
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