Hohe Wertberichtigungen Softbank schreibt 23 Milliarden Euro Rekordverlust

Softbank-Gründer Masayoshi Son muss einen der höchsten Verluste in der Geschichte seiner Tech-Fonds ausweisen. Experten befürchten dabei, dass die Milliardenabschreibungen auf sein Portfolio nicht ausreichen. Son setzt nun auf den Börsengang des Chipdesigners Arm.
Will künftig selektiver investieren: Softbank-Gründer Masayoshi Son muss im Zuge der starken Kursveruste bei Technologiewerten seine Beteiligungen massiv abwerten

Will künftig selektiver investieren: Softbank-Gründer Masayoshi Son muss im Zuge der starken Kursveruste bei Technologiewerten seine Beteiligungen massiv abwerten

Foto: Neil Hall / REUTERS

Die Krise der Technologieaktien mit einem Einbruch der Bewertungen hat den japanischen Großinvestor Softbank tief in die roten Zahlen gedrückt. Von April bis Juni sei ein Verlust von 3,16 Billionen Yen (umgerechnet fast 23 Milliarden Euro) angefallen, teilte der Konzern am Montag mit. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von rund 5,5 Milliarden Euro in der Bilanz.

Allein die Geschäftsaktivitäten dominierenden Vision Funds, die unter anderen am Fahrdienstvermittler Didi, dem Online-Händler Coupang, dem Uber-Konkurrenten Grab und Alibaba beteiligt sind, kamen in den drei Monaten auf ein Minus von mehr als 21 Milliarden Euro. Das lag auch an der Talfahrt des KI-Startups SenseTime und der Roboterfirma AutoStore.

Der weltweit bekannte Softbank-Gründer Masayoshi Son (64) hat wegen des Abschwungs der Tech-Werte infolge der höheren Inflation, politischer Unsicherheiten und Konjunkturschwäche bereits versprochen, künftig selektiver zu investieren und mehr Geld vorzuhalten.

Acht Milliarden Dollar Abwertungen allein bei Start-up-Investments

Bei den durch den Vision Fund privat finanzierten Start-ups, zu denen der Lieferdienst Blinkit sowie die Reiseplattformen Oyo und GetYourGuide gehören, hat Son eine Abwertung in Höhe von mehr als acht Milliarden Dollar vorgenommen. Zu den Verlusten von Softbank trug auch der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna bei, in den Softbank 2021 massiv investiert hatte und dessen geschätzter Wert in den vergangenen Monaten um 85 Prozent eingebrochen war.

Experten gehen allerdings davon aus, dass diese acht Milliarden Dollar Wertkorrekturen noch nicht die aktuelle Tech-Schwäche widerspiegeln. Auch Softbank-Konkurrent Tiger Global kämpft mit großen Problemen.

Softbank setzt nun auch auf einen baldigen Börsengang des britischen Chipdesigners Arm, der Milliarden in die Kasse spülen dürfte. Mitte Juli hatte Son den Börsengang wegen der Regierungskrise in Großbritannien zunächst auf Eis gelegt. Die Japaner sind zudem zweitgrößter Aktionär der Deutschen Telekom nach dem Bund. Die Bonner wollen die Kapitalmehrheit am US-Mobilfunker T-Mobile US und Softbank deswegen weitere Aktien an der Firma abkaufen.

Softbank war 1981 als Softwareanbieter gegründet worden. Gründer Masayoshi Son investiert seit Jahren aggressiv und umfangreich in neue Technologien. Softbank selbst ist an der Börse in Tokio notiert. Im Geschäftsjahr 2019/2020 hatte der Konzern noch einen Rekordgewinn gemacht.

rei/Reuters/DPA
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