Nach Milliardenverlust Softbank will bis 15 Prozent der Aktien zurückkaufen

Nach einem Milliardenverlust stimmt Softbank-Chef Masayoshi Son einmal mehr das Lied von der Unterbewertung seines Technologie-Konglomerats an. Der größte Aktionär will Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe investieren - die gewünschte Reaktion an der Börse stellt sich ein.
"Wir befinden uns inmitten eines Schneesturms": Softbank-Chef Masayoshi Son

"Wir befinden uns inmitten eines Schneesturms": Softbank-Chef Masayoshi Son

Foto: Kim Kyung-Hoon/ REUTERS

Softbank-Chef Masayoshi Son (64) beschreibt sein Technologie-Konglomerat gern als Gans, die "goldene Eier" legt. Doch im abgelaufenen Quartal haben Wertverluste der vor allem im "Vision Fund" gehaltenen Beteiligungen dem Fonds Verluste von rund 10 Milliarden Dollar eingebrockt - und so die Gruppe insgesamt mit 3,5 Milliarden Dollar ins Minus gedrückt.

"Es ist eine Zeit schwerer Prüfungen für Chinas High-Tech-Aktien. Wir befinden uns mitten in einem Sturm", sagte Son laut CNBC  und "Wall Street Journal"  und räumte ein, "nicht stolz" auf die Quartalsperformance des Vision Fund zu sein. Insbesondere die chinesischen Beteiligungen gerieten unter die Räder. Der Online-Riese Alibaba, der größte Vermögenswert der Gruppe, büßte nicht zuletzt durch die Repressionen Pekings fast ein Drittel an Wert ein. Die für zwölf Milliarden Dollar erworbene Beteiligung an dem chinesischen Fahrdienst Didi wiederum wurde noch mit 7,5 Milliarden Dollar bewertet. Der Online-Einzelhändler Coupang büßte ein Drittel seines Wertes ein.

Man sollte meinen, dass derlei Nachrichten schlechte Stimmung unter Softbank-Aktionären verbreiteten, tatsächlich aber zog die Aktie von Softbank  in der Spitze um mehr als 7 Prozent an. Das dürfte weniger der Tatsache geschuldet sein, dass Son einmal mehr das Mantra von der Unterbewertung seiner Gruppe an der Börse anstimmte oder seiner Versicherung, Softbank arbeite stets daran, die Zahl "der goldenen Eier" im Portfolio zu vermehren.

Vielmehr kündigte der Softbank-Chef auch laut "Financial Times"  an, das Unternehmen werde rund 9 Milliarden Dollar ausgeben, um 15 Prozent seiner Aktien zurückkaufen und dem Markt zu entziehen - Kurspflege der einfachsten Art, denn ein Gewinn verteilt sich damit auf deutlich weniger Anteilsscheine.

9 Milliarden US-Dollar für Aktienrückkäufe

An Kapital scheint es Son, der selbst 29 Prozent der Anteile von Softbank besitzt, nicht zu fehlen. So hatte sich der Konzern unter anderem Kapital beschafft, indem er seine Beteiligungen - zum Beispiel an dem Fahrdienst Uber ebenso wie auch an dem Lebensmittellieferanten Doordash - nach Ablauf der Sperrfristen reduzierte.

Doch trotz schlechter Nachrichten - so sanken die Vermögenswerte der Gruppe um mehr als 20 Prozent auf rund 190 Milliarden Dollar - sieht das Management auch positive Entwicklungen. "Die Pipeline ist robust", zitiert CNBC Navneet Govil, Finanzchef des Vision Fund. Will sagen: Die geplante Notierung des südostasiatischen Uber-Konkurrenten Grab über eine Fusion mit einer Zweckgesellschaft (Spac) soll die Bewertung genauso nach oben bringen, wie die angestrebten Börsengänge des indischen Fahrdienstanbieters Ola und des Logistikspezialisten Delivery.

Neben dem 100 Milliarden Dollar schweren Vision Fund konzentriere sich Govil derzeit auf den mit 40 Milliarden Dollar kleineren Fonds, der den Angaben zufolge in 157 Start-ups investiert ist. Erst Ende Oktober wurde bekannt, dass Softbank 150 Millionen Euro in das Berliner Photovoltaik-Start-up Enpal investierte und damit den Vermieter von Solaranlagen zum Einhorn machte . Beteiligt ist Softbank auch an der Deutschen Telekom und war Mitte Oktober im Zuge eines komplexen Deals zum zweitgrößten Aktionär der Telekom aufgestiegen.

rei
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