Prognose angehoben Siemens Healthineers findet zurück in die Spur

Nach einem schwachen Vorquartal läuft es bei Siemens Healthineers deutlich besser. Ein starkes Geschäft mit Corona-Tests und Computertomographen trägt dazu bei. Die Siemens-Tochter hebt die Prognose an.
Nimmt Fahrt auf: Die hohe Nachfrage insbesondere nach Computertomographen hat die Umsätze des größten Geschäftsbereich, der Bildgebung, deutlich anziehen lassen

Nimmt Fahrt auf: Die hohe Nachfrage insbesondere nach Computertomographen hat die Umsätze des größten Geschäftsbereich, der Bildgebung, deutlich anziehen lassen

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Michaela Rehle/ REUTERS

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers  hebt nach einem besser als erwartet ausgefallenen Jahresauftakt seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr an. Dabei profitiert die Siemens-Tochter im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nicht nur von guten Geschäften mit bildgebender Diagnostik, sondern auch von ihren Antigen-Schnelltests, für die Healthineers ebenfalls die Prognose erhöhte.

Im Quartal zuvor hatten noch erhebliche Schwächen der Labordiagnostiksparte das Ergebnis deutlich belastet. Am Markt kamen die Neuigkeiten gut an, die Aktie legte um 2,3 Prozent zu.

Der Umsatz dürfte 2020/21 (per Ende September) um 8 bis 12 Prozent steigen, teilte Healthineers mit. Bislang war das Management von einem Wachstum von 5 bis 8 Prozent ausgegangen.

Umsatz mit Corona-Tests soll sich vervielfachen

Allein mit den Antigen-Schnelltests will Healthineers nun 300 bis 350 Millionen Euro erlösen, anstelle der avisierten rund 100 Millionen Euro. Bei Corona-Test war Siemens Healthineers zuvor schwächer aufgestellt, hatte dann aber abseits ihres Kerngeschäfts die Entwicklung eigener Tests vorangetrieben.

Auch beim Ergebnis zeigte sich Healthineers deutlich optimistischer. Je Aktie erwartet das Management 1,63 bis 1,82 Euro, nach zuletzt 1,58 bis 1,72 Euro. Dabei bremse ein stärker als erwarteter Gegenwind auf der Währungsseite die Entwicklung, hieß es.

Im ersten Quartal legte Healthineers deutlich zu. Neben dem Corona-Geschäft habe sich auch die Nachfrage nach der gewöhnlichen Produktpalette normalisiert. In der ersten Corona-Welle war die Nachfrage von Kliniken und Laboren geschrumpft, weil diese mit der Bewältigung der Pandemie selbst alle Hände voll zu tun hatten.

So stieg der Umsatz von 3,6 Milliarden auf knapp 3,9 Milliarden Euro. Das vergleichbare Wachstum lag bei 13,3 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) erhöhte sich deutlich von 487 Millionen auf 738 Millionen Euro, die entsprechende Marge von 13,6 Prozent auf 19,1 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie wuchs von 0,36 auf 0,49 Euro. Die Entwicklung habe über den Markterwartungen gelegen, hieß es von Healthineers.

Nachfrage bei Standardprodukten normalisiert sich

Der größte Geschäftsbereich, die Bildgebung, konnte seinen Umsatz dank einer hohen Nachfrage insbesondere nach Computertomographen vergleichbar um 9,3 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro steigern, das bereinigte Ebit legte von 387 auf 542 Millionen Euro zu. Noch stärker wuchs dank der Antigen-Schnelltests der Labordiagnostikbereich, der ein vergleichbares Umsatzplus von 23,5 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro erzielte. Auch das bereinigte Ebit konnte von 32 Millionen auf 137 Millionen Euro deutlich zulegen.

Der Mutterkonzern Siemens hatte für das Kerngeschäft ohne die eigenständige Medizintechnik-Tochter schon in der vergangenen Woche Eckdaten für das erste Quartal vorgelegt, die klar über den Erwartungen lagen. Einschließlich Healthineers dürfte der operative Gewinn im Industriegeschäft bei rund 2,2 (1,53) Milliarden Euro liegen und der Umsatz mit 13,3 (13,1) Milliarden Euro Corona zum Trotz über Vorjahr liegen.

rei/Reuters, DPA
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