Prognose erhöht Siemens Healthineers profitiert von hoher Nachfrage nach Corona-Tests

38 Prozent mehr Umsatz und 47 Prozent mehr Gewinn – Siemens Healthineers wächst im ersten Quartal auch dank des Geschäfts mit Corona-Tests in den USA. Konzernchef Montag erhöht die Prognosen, auch wenn Lieferkettenprobleme in anderen Sparten die Margen drücken.
Konzernchef Bernd Montag kann zufrieden sein, die Geschäfte in den USA laufen gut

Konzernchef Bernd Montag kann zufrieden sein, die Geschäfte in den USA laufen gut

Foto: Daniel Karmann / dpa

Der Verkauf von Corona-Schnelltests beflügelt das Geschäft der Medizintechniksparte von Siemens länger als gedacht. Siemens Healthineers hob deshalb seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 am Mittwoch erneut an: Der Umsatz werde per Ende September auf vergleichbarer Basis um 5,5 bis 7,5 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen; bisher hatte die Siemens-Tochter aus Erlangen mit 3 bis 5 Prozent gerechnet. Allein Antigen-Tests sollen 1,3 Milliarden Euro beisteuern, 600 Millionen mehr als gedacht. Von Januar bis März setzte Healthineers damit 680 Millionen Euro um, nachdem die Tests seit Anfang des Jahres auch in den USA verkauft werden.

Der bereinigte Gewinn je Aktie, an dem Siemens Healthineers seinen Erfolg misst, werde 2021/22 mit 2,25 bis 2,35 (bisher 2,18 bis 2,30) Euro ebenfalls höher ausfallen. Analysten hatten bisher im Schnitt mit einem Umsatzplus von 4,4 Prozent und einem Gewinn je Aktie von 2,28 Euro gerechnet. "Unser Geschäft erwiest sich weiterhin als sehr widerstandsfähig angesichts beispielloser Herausforderungen", sagte Vorstandschef Bernd Montag (53).

Quartalsumsatz springt um 38 Prozent, Ergebnis um 47 Prozent

Im zweiten Geschäftsquartal schnellte der Konzernumsatz – auch dank der Übernahme des US-Krebsbehandlungsspezialisten Varian – um 38 Prozent auf 5,46 Milliarden Euro in die Höhe. Die Varian-Umsätze und die Corona-Tests herausgerechnet, wären es 4,4 Prozent gewesen. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verbesserte sich um 47 Prozent auf 980 Millionen Euro – ebenfalls vor allem wegen der gewinnträchtigen Tests, die eigentlich nicht zum Kerngeschäft von Siemens Healthineers gehören. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 583 (447) Millionen Euro.

Lieferkettenprobleme drücken die Margen

In den beiden wichtigsten Sparten Imaging (Röntgen, MRT und CT) sowie Diagnostics (Laborausrüstung) bekommt Healthineers die Lieferkettenprobleme und den stärkeren Dollar zu spüren. Höhere Beschaffungs- und Transportkosten drücken auf die Margen. Bei Imaging sank die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) im zweiten Quartal auf 20,2 (21,1) Prozent, im Gesamtjahr soll sie nur noch zwischen 21 und 22 (bisher 22 bis 23) Prozent liegen.

In der Diagnostiksparte sollen die Corona-Tests nun doch für einen Umsatzanstieg um etwa 5 Prozent und eine Ebit-Marge von bis zu 15 Prozent sorgen. Bisher hatte Healthineers hier mit einem Umsatzrückgang und einer Marge von etwas mehr als 10 Prozent gerechnet.

rei/Reuters