Milliardenbewertung SAP will Lernplattform Litmos verkaufen

Angeblich nutzen sie mehr als 30 Millionen Menschen in 35 Sprachen - nun will sich SAP offenbar von seiner Lernplattform Litmos im Zuge einer Auktion trennen. Das Geschäft ist mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet, heißt es.
SAP-Finanzchef Luka Mucic will das Portfolio bereinigen

SAP-Finanzchef Luka Mucic will das Portfolio bereinigen

Foto: Uwe Anspach / dpa

Der Softwareriese SAP will sich Insidern zufolge von seiner Lernplattform Litmos trennen. Der Walldorfer Dax-Konzern arbeite mit der Investmentbank Moelis & Co am Verkauf des mit rund einer Milliarde Dollar bewerteten Geschäfts, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

SAP wollte keine Stellung dazu nehmen. Den Insidern zufolge soll der Verkaufsprozess in den kommenden Wochen in Form einer Auktion starten. Als Käufer habe man vor allem Private-Equity-Fonds mit Technologiefokus im Visier, die auf die USA und Europa fokussiert sind.

SAP hat Litmos mit Sitz in Kalifornien 2018 im Rahmen der 2,4 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Kundenmanagement-Spezialisten Callidus erworben. Litmos ist ein cloud-basiertes Schulungssystem, mit dem Kurse erstellt werden können. Nach Firmenangaben wird es unter anderen von Kunden wie Hewlett-Packard, Googles Fitbit oder IBM genutzt. Insgesamt sollen die Lösungen von mehr als 30 Millionen Menschen in 35 Sprachen in Anspruch genommen werden.

Bei der Vorlage der Quartalszahlen am 22. April hat SAP-Finanzchef Luka Mucic angekündigt, das Portfolio zu bereinigen, um sich besser auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können. Allerdings sprach er nur von kleineren Deals vergleichbar mit dem Verkauf des Softwaregeschäfts Digital Interconnect (SDI) an das schwedische Unternehmen Sinch 2020. Damals erlöste SAP dafür 225 Millionen Euro.

rei/Reuters