Konzernchef hebt Prognose an SAP erwischt starken Jahresstart

Neben dem Cloudgeschäft hat sich für SAP im ersten Quartal auch das traditionelle Geschäft mit Softwarelizenzen überraschend gut entwickelt. Folge: Konzernchef Klein kann die Jahresprognose anheben.
Etwas höher geht schon: SAP-Chef Christian Klein hebt die Umsatzprognose an

Etwas höher geht schon: SAP-Chef Christian Klein hebt die Umsatzprognose an

Foto: Uwe Anspach / DPA

Der Softwareriese SAP gibt sich nach einem überraschend guten Jahresstart zuversichtlicher. "Wir verzeichnen ein sehr starkes Wachstum bei allen unseren Anwendungen und stehen dabei erst am Anfang", teilte Firmenchef Christian Klein (40) am späten Dienstagabend mit. Angesichts des Umsatzzuwachses von währungsbereinigt zwei Prozent auf 6,35 Milliarden Euro im ersten Quartal hob das Unternehmen nun den Ausblick für das Gesamtjahr leicht an. Finanzchef Luka Mucic sagte: "Wir hatten beim Auftragseingang für das Cloudgeschäft und die Softwarelizenzen das höchste Wachstum seit fünf Jahren und verzeichneten beim Betriebsergebnis (Non-IFRS) und bei der operativen Marge (Non-IFRS) den stärksten Anstieg seit zehn Jahren."

Zwar belastet die Corona-Krise - vor allem die weltweiten Reisebeschränkungen - weiterhin das Geschäft des Anbieters für Unternehmenssoftware, doch profitiert SAP zunehmend vom Trend zur Digitalisierung. Im vergangenen Jahr musste der Walldorfer Dax-Konzern zweimal die Prognose kappen, was vor allem am Einbruch des traditionellen Geschäfts mit Softwarelizenzen lag. Diese entwickelten sich nun mit einem Plus von 11 Prozent überraschend stark.

Betriebsergebnis steigt um 24 Prozent

Klein hat sich allerdings zum Ziel gesetzt, SAP langfristig in einen reinen Cloud-Anbieter zu wandeln und bietet den rund 400.000 Firmenkunden einen neuen Ansatz zur umfassenden Geschäftstransformation ("SAP Rise") an. Damit will SAP mehr Kunden in die Cloud locken und zu einer Umstellung von Lizenzprodukten auf gemietete Anwendungen im Web bewegen. Der aktuelle Cloud Backlog - die vertraglich zugesicherten Clouderlöse in den nächsten zwölf Monaten - stieg währungsbereinigt um 19 Prozent auf 7,63 Milliarden Euro.

Das Betriebsergebnis erhöhte sich währungsbereinigt um 24 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro. Die am Aktienmarkt stark beachtete operative Marge legte auf 27,4 Prozent zu. Während SAP zumindest bei den Clouderlösen wie auch Cloud- und Softwareerlösen die untere Spanne des Ausblicks für 2021 leicht anhob, rechnen die Walldorfer beim Betriebsergebnis weiterhin mit 7,8 bis 8,2 Milliarden Euro. Dies ist trotz angezogener Handbremse bei den Ausgaben sowie weniger Geschäftsreisen, geringerer Gebäudekosten und virtueller Veranstaltungen weniger als im vergangenen Jahr, als es noch zu 8,28 Milliarden Euro gereicht hatte.

Weitere Details zum ersten Quartal wird SAP am 22. April veröffentlichen.

rei/Reuters
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