Samsung-Konkurrent LG Electronics gibt Smartphone-Sparte auf

Der einst drittgrößte Handyhersteller stellt das Geschäft mit Smartphones wegen hoher Verluste ein. Gleichwohl will der südkoreanische Elektronikkonzern weiter Mobilfunktechnologien wie 6G entwickeln.
Schluss und vorbei: LG probierte viel aus, brachte sogar gebogene Smartphones auf den Markt, jetzt gibt der südkoreanische Konzern das Geschäft mit diesen mobilen Endgeräten auf

Schluss und vorbei: LG probierte viel aus, brachte sogar gebogene Smartphones auf den Markt, jetzt gibt der südkoreanische Konzern das Geschäft mit diesen mobilen Endgeräten auf

Foto: Lee Jin-man/ AP/dpa

Der südkoreanische Elektronikhersteller LG schließt seine verlustbringende Smartphone-Sparte. Der Verwaltungsrat habe den Schritt gebilligt, teilte LG Electronics am Montag mit. Es sei eine strategische Entscheidung, sich aus dem Bereich "mit unglaublich starker Konkurrenz" zurückzuziehen. Nach jahrelangen Verlusten in der Sparte hatte sich der Rückzug des einst drittgrößten Handy-Herstellers weltweit angedeutet.

LG hatte bereits im Januar angekündigt, alle Optionen für das Geschäft in Betracht zu ziehen. Gespräche über den Verkauf an die vietnamesische Vingroup scheiterten offenbar an Differenzen über die Konditionen. In den vergangenen sechs Jahren fuhr der Hersteller mit seiner Smartphone-Sparte Verluste in Höhe von insgesamt rund 4,5 Milliarden Dollar ein. LGs Marktanteil bei Smartphones in Südkorea betrug zuletzt noch 10 Prozent und jener des Marktführers Samsung etwa 69 Prozent, hieß es zuletzt in Berichten.

LG will weiter Mobilfunktechnologien wie 6G entwickeln

LG wolle nun seine Ressourcen auf Wachstumsbereiche wie Teile für Elektrofahrzeuge, miteinander verbundene Geräte, Robotertechnik, intelligentes Wohnen, künstliche Intelligenz sowie Business-to-Business-Lösungen konzentrieren, hieß es. Die Stilllegung des "Geschäfts mit Mobiltelefonen" werde voraussichtlich bis Ende Juli abgeschlossen sein.

Die Geräte, die noch auf Lager seien, sollen weiter zum Verkauf angeboten werden. LG will auch den Geräteservice weiter unterstützen und Software-Aktualisierungen für seine Kunden anbieten. Einzelheiten zur Beschäftigungssituation würden auf lokaler Ebene geregelt.

Das hinter Samsung Electronics zweitgrößte südkoreanische Elektronikunternehmen kündigte zudem an, weiter Mobilfunktechnologien wie 6G zu entwickeln, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit in anderen Geschäftsbereichen zu stärken. 6G gilt als die nächste Stufe der superschnellen Mobilfunkstandards.

rei/dpa-afx/Reuters
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