Lebensmittelriese Rewe prüft Einstieg bei Lieferdienst Flink

Schnell ist angesagt - auch bei Lebensmittel-Lieferungen. Zwar zählt Rewe mit seinem Lieferdienst bereits zu den Marktführern, will aber verstärkt ins Schnellliefergeschäft investieren. Auch andere umwerben das Start-up Flink - der Wettlauf der Lieferdienste verschärft sich.
Fährt Rewe künftig mit? Der Kölner Lebensmittelriese erwägt einen Einstieg beim Lieferdienst Flink

Fährt Rewe künftig mit? Der Kölner Lebensmittelriese erwägt einen Einstieg beim Lieferdienst Flink

Foto: Michael Gstettenbauer / imago images

Die Pizza per App bestellen und sich dann frisch liefern lassen - die Corona-Pandemie hat in Deutschland das Geschäft mit Essenslieferungen noch einmal beflügelt. Sie hat zugleich den noch jungen Markt für Lebensmittellieferungen rasant wachsen lassen. "Gorillas" zum Beispiel brachte es in weniger als einem Jahr zu einer Milliardenbewertung. Auch andere bestens finanzierte Wettbewerber wie Lieferando bauen ihr Geschäft aus, greifen die Supermärkte mit Lebensmittellieferungen  an. Da auf diesem Feld noch viel zu holen ist - lediglich 2 Prozent des Lebensmittelumsatzes erzielen in Deutschland Onlinedienste - versucht es auch Delivery Hero mit einem Comeback auf dem deutschen Markt .

Und die Supermarktketten? Aldi Nord und Süd hatten im Februar entschieden, unter der gemeinsamen Plattform "Aldi liefert" künftig auch nicht frische Lebensmittel ausliefern zu lassen , um die führenden Lebensmittelhändler Edeka ("Picnic") und Rewe anzugreifen.

Rewe gilt als Marktführer für Lebensmittellieferungen. Den Umsatz seines Dienstes weist der Konzern nicht gesondert aus, doch soll er inzwischen bei mehreren hundert Millionen Euro liegen. Der Dienst ist noch defizitär, weil Rewe stark in den Ausbau und die Automatisierung investiert. So errichtete Rewe jetzt in Köln ein automatisiertes Lager, das rund 80 Millionen Euro gekostet haben soll.

Anders als Gorillas aber verspricht Rewe keine Lieferung in weniger als 15 Minuten. Das könnte sich bald ändern, denn das Unternehmen will über das Start-up "Flink" in das Schnellliefergeschäft einsteigen. Gedacht sei an eine Minderheitsbeteiligung im Zuge einer größeren Finanzierungsrunde, berichtet die "Lebensmittel-Zeitung" . Im Gespräch sollen eine "strategische Kooperation" und eine "exklusive Lieferbeziehung" sein. Derzeit versorgt Rewe noch den Flink-Wettbewerber Gorillas mit Lebensmitteln.

Flink-Gründer schließen auch Verkauf nicht aus

Weitere Details sind noch nicht bekannt. Der geplante Einstieg könnte allerdings auch noch platzen. Denn alternativ zur Finanzierungsrunde, bei der insgesamt ein dreistelliger Millionenbetrag eingesammelt werden soll, schließen die Gründer des Lieferdienstes offenbar auch einen Verkauf ihres Unternehmens nicht aus. Die Wettbewerber Gorillas, Getir und Gopuff hätten bereits konkrete Angebote vorgelegt, schreibt die Lebensmittel-Zeitung. Die Unternehmen äußerten sich nicht zu dem Bericht.

Das Berliner Start-up Flink liefert Lebensmittel per Fahrrad in derzeit 19 deutschen Städten aus, die Expansion in 20 weitere Städte ist geplant. Rewe selbst soll die angestrebte Flink-Beteiligung als "Experiment" interpretieren. Ziel sei es, von dem Start-up zu lernen und mehr über dessen Geschäftsmodell zu erfahren, heißt es.

rei
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