Dialog Semiconductor Apple-Zulieferer einigt sich mit Japanern auf Übernahme

Das ging schnell: Kurz nach dem Übernahmeangebot des japanischen Konzerns Renesas nimmt der schwäbisch-britische Chipentwickler Dialog Semiconductor das fünf Milliarden Euro schwere Gebot an. Die Aktie legt rund 20 Prozent zu.
Vor Eigentümerwechsel: Der Chiphersteller Dialog Semiconductor

Vor Eigentümerwechsel: Der Chiphersteller Dialog Semiconductor

Foto: Michaela Rehle / REUTERS

Der schwäbisch-britische Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor hat sich mit dem japanischen Elektronikonzern Renesas auf eine Übernahme geeinigt. Dialog Semiconductour nehme das Angebot von Renesas, je Dialog-Aktie 67,50 Euro zu bezahlen, an, teilte Dialog am Montag in London mit. Das ist ein Aufschlag von 20 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs vom Freitag und bewertet den Konzern mit rund 4,9 Milliarden Euro. Aktionäre und Aufsichtsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Bereits am Sonntag hatten die Unternehmen entsprechende Gespräche öffentlich gemacht.

Die Dialog-Aktie kletterte am Montag vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate bis auf 68 Euro. Das Papier war bereits am Freitag vergangener Woche um 6,8 Prozent auf ein Jahreshoch von 56,12 Euro gestiegen, nachdem ein italienischer Zeitungsbericht über ein Interesse von STMicroelectronics veröffentlicht wurde.

Renesas ist aus den ehemaligen Chipsparten der Elekronikkonzerne Hitachi, Mitsubishi Electric und NEC entstanden. Das Unternehmen ist vor allem bei Chips für die Autoindustrie stark und hat dort bei Mikrocontrollern einen Weltmarktanteil von 30 Prozent, versucht sich aber auch in anderen Bereichen mit Übernahmen zu verstärken. Im August hatte Renesas die jahrelange Zusammenarbeit mit Dialog noch ausgebaut. 2019 hatte der japanische Chipkonzern mit rund 20.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 718 Milliarden Yen (5,7 Milliarden Euro) erwirtschaftet, nach neun Monaten 2020 lag er auf Vorjahresniveau.

Dialog hat sich vor allem als Entwickler von Chips für den iPhone-Hersteller Apple einen Namen gemacht. Allerdings übernahm der US-Computerriese einen Teil des Geschäfts mit iPhone-Chips 2019 selbst. Bis 2022 soll der Anteil von Apple am Dialog-Umsatz deshalb auf 35 bis 40 Prozent schrumpfen. Im Jahr 2019 erzielte das Unternehmen mit 2000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro).

Die Wurzeln von Dialog liegen in Kirchheim/Teck bei Stuttgart. Das Unternehmen hat seinen Firmensitz in London und war deshalb im vergangenen Jahr nach dem Brexit aus den deutschen Börsenindizes ausgeschlossen worden. Es ist aber weiterhin an der Frankfurter Börse gelistet.

mg/Reuters
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