Boom bei Ratenzahlungen Paypal schluckt japanischen Bezahldienst Paidy

Paypal heizt das Geschäft mit Ratenzahlungen an und schluckt in Japan einen Wettbewerber. In der boomenden Branche mit Ratenzahlungen ist es bereits der zweite Milliardendeal in kürzester Zeit.
Mobil einkaufen, in Raten zahlen: Paypal kauft in Japan einen Dienstleister hinzu

Mobil einkaufen, in Raten zahlen: Paypal kauft in Japan einen Dienstleister hinzu

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Lukas Schulze / dpa

Der US-Bezahldienst Paypal stärkt mit der Übernahme von Paidy in Japan sein Geschäft mit Ratenzahlungen in Asien und legt dafür 2,7 Milliarden Dollar auf den Tisch. Paidy ergänze Paypals Aktivitäten auf dem drittgrößten E-Commerce-Markt der Welt, teilte der US-Konzern am Mittwoch mit. Trotz rasant zunehmender Online-Käufe würden in Japan weiterhin mehr als zwei Drittel alle Akquisitionen in bar getätigt.

In der seit Ausbruch der Corona-Krise boomenden Branche mit Ratenzahlungen (Buy now, pay later - BNPL) ist es bereits der zweite Milliardendeal in kürzester Zeit. Erst vergangenen Monat hatte die von Jack Dorsey (44) geführte US-Firma Square den australischen Anbieter Afterpay für 29 Milliarden Dollar erworben. Experten machten darin bereits den Start für eine beginnende Konsolidierungswelle in der Branche aus.

Paypal zählt zu den führenden Anbietern von Ratenzahlungen, die in der Pandemie auch durch staatliche Konjunkturmaßnahmen befeuert wurden. Inzwischen sollen auch Apple und Goldman Sachs an eigenen Angeboten arbeiten.

Paidy mit mehr als sechs Millionen registrierten Nutzern in Japan ermöglicht es seinen Kunden, online einzukaufen und später monatlich den Betrag in Läden oder per Banküberweisung abzuzahlen. Das von unter anderem vom US-Investor George Soros und Visa finanzierte Unternehmen verlangt dafür Mini-Gebühren von den Händlern. Die Zeitung "Financial Times" hatte vergangenen Monat berichtet, Paidy erwäge einen Börsengang. Die Übernahme durch Paypal soll im laufenden Jahr abgeschlossen werden.

Paypal-Chef Dan Schulman (63) hatte im vergangenen Februar angekündigt, die Angebote des US-Unternehmens weiter auszubauen. Im August ließ er den Worten Taten folgen und ermöglichte den Kauf, Verkauf und Besitz von Kryptowährungen auch in Europa - beginnend in Großbritannien. Ende August berichteten zudem US-Medien, Paypal wolle von den boomenden Aktienmärkten profitieren und seinen Kunden auch den Aktienhandel anbieten. Eine Bestätigung dafür gab es nicht, dem Bericht zufolge dürfte Paypal das Angebot aber auch erst im kommenden Jahr starten.

rei/Reuters
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