Währungseffekte Microsoft leidet unter starkem Dollar

Der Softwarekonzern Microsoft hat seine Umsatz- und Ergebnisziele kassiert. Begründet wurde dies mit Währungsbelastungen in Folge des jüngsten Dollar-Anstiegs.
Ausblick verschlechtert: Microsoft-CEO Satya Nadella

Ausblick verschlechtert: Microsoft-CEO Satya Nadella

Foto: Elaine Thompson/ AP

Ungünstige Wechselkurse stimmen den Softwarekonzern Microsoft für das laufende Quartal vorsichtiger. Vor diesem Hintergrund rechnet der Konzern laut einer Mitteilung vom Donnerstag mit zusätzlichen Belastungen von fast einer halben Milliarde US-Dollar beim Umsatz und eine Viertelmilliarde beim Gewinn.

Die Konzernführung um Firmenchef Satya Nadella (54) kalkuliert nun für das letzte Quartal des bis Ende Juni laufenden Geschäftsjahres mit einem Umsatz von 51,94 bis 52,74 Milliarden Dollar. Bislang waren 52,40 bis 53,2 Milliarden Dollar avisiert worden. Der Überschuss dürfte 16,85 bis 17,43 Milliarden Dollar erreichen, nachdem bisher bestenfalls 17,67 Milliarden in Aussicht gestellt worden waren. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte Microsoft in den Monaten April bis Juni bei einem Umsatz von 46,2 Milliarden Dollar einen Nettogewinn von 16,5 Milliarden Dollar erzielt.

Wie es abseits der negativen Wechselkurseffekte lief, gab Microsoft am Donnerstag nicht bekannt. Im Tagesgeschäft hatte das Software-Urgestein zuletzt noch von einem starken Cloud-Geschäft seiner Azure-Plattform profitiert, die vielen anderen Firmen und Apps IT-Dienste und Speicherplatz im Netz liefert. Aber auch das Geschäft rund um die Spielkonsole Xbox sowie mit Hardware-Produkten wie "Surface"-Tablets war im dritten Geschäftsquartal 2022 gewachsen.

Mit einem Kursrutsch um 3 Prozent am Donnerstag nach Veröffentlichung der Zahlen erhält die Erholung der Papiere erst einmal einen Dämpfer. So waren sie seit dem Zwischentief am 20. Mai um etwa 10 Prozent gestiegen. Davor war es vom Rekordhoch bei fast 350 US-Dollar im November um fast 30 Prozent abwärts gegangen. IT-Werte, die in der Corona-Pandemie besonders stark gestiegen waren, hatten unter der anziehenden Inflation und der dadurch bedingten Zinswende in den USA gelitten. Die Microsoft-Papiere kosteten jedoch immer noch doppelt so viel im Vergleich zum Corona-Crash-Tief im Frühjahr 2020.

hr/dpa-afx