Podcast "Deutschlands digitale Hoffnungsträger" Wie soll Scalable Capital bald 100 Milliarden Euro verwalten, Erik Podzuweit?

Das Ziel von Gründer Erik Podzuweit ist riesig: Sein Fintech will er in eine Investmentplattform transformieren, die schon bald stolze 100 Milliarden Euro von Anlegern verwalten soll. Im Podcast erklärt er, was er auf dem Weg dahin schaffen muss.

Als Erik Podzuweit (41) sein Start-up 2014 gründete, war der Nordfriese einer von vielen. Fintech – sowieso ein Hype – und auf das Feld der automatischen Anlageberatung, im Branchensprech Robo Advisor genannt, stürzten sich gleich zahlreiche Teams.

Heute kennt man die meisten Namen dieser Jungfirmen nicht mehr. Podzuweits Scalable Capital ist unter den wenigen, die überlebten: Es sicherte sich den weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock als Gesellschafter und Finanziers wie den chinesischen Internetkonzern Tencent.

In fünf bis sechs Jahren will Podzuweit sein Angebot zu einer veritablen Investmentplattform ausgebaut haben, über die Scalable Capital 100 Milliarden Euro Kundengelder verwaltet. Dann, so erklärt er im manager magazin Podcast "Deutschlands digitale Hoffnungsträger", wäre auch ein Börsengang denkbar.

Der Weg dahin ist weit: Aktuell verwaltet Podzuweits Start-up Assets im Wert von rund sechs Milliarden Euro. Die Expansion in neue Länder muss in diesem Jahr gelingen; dafür investiert Podzuweit Millionensummen und nimmt erst einmal steigende Verluste in Kauf. Auch der jüngere Geschäftszweig des Aktien- und ETF-Handels soll weiter boomen, Regulierer auf EU-Ebene drohen allerdings mit dem Verbot des lukrativen Modells.

Im Podcast erklärt Podzuweit, wie er die Bedrohung aus Brüssel sieht, wie er gegen den höher bewerteten Berliner Wettbewerber Trade Republic bestehen will ("Ich freue mich natürlich über jeden Kunden, den ich gewinne und nicht Trade Republic"), wieso er Wettbewerb mag und wann er bei Entscheidungen auf seine Intuition hört.

Der Gründer spricht über Fehler, die ihm bei dem Aufbau seiner mit 1,4 Milliarden Dollar bewerteten Firma unterliefen. So hat er die erste Version seiner App von einer Agentur bauen lassen. "Das hat 50.000 Euro gekostet", sagt Podzuweit. "Dann kam unser CTO rein und hat das Ganze weggeschmissen, das könnten wir nicht gebrauchen. Als Technologieunternehmen musst du Technologie auch selbst bauen."

Neben den Boom-Zeiten gab es auch unangenehme Monate: Der Absturz am Markt im März 2020 ruinierte Scalables Jahresperformance im Gegensatz zu so manchem Wettbewerber. Podzuweit rechtfertigt seine Anlagemodelle im Podcast und will daran festhalten. Die Allianz mit Blackrock habe sich in der Phase als besonders wertvoll erwiesen: Der Gesellschafter sein nicht aus der Ruhe geraten, sagt Podzuweit. "Sie sind solche Zyklen gewohnt und ermunterten uns: Schaut jetzt mal, ob ihr gute Programmierer kriegt, die bei anderen Firmen rausgedrängt werden."

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Im Podcast "Deutschlands digitale Hoffnungsträger" informiert und diskutiert mm-Redakteurin Christina Kyriasoglou mit ihrem Kollegen Mark Böschen, welche Chancen die wichtigsten digitalen Hoffnungsträger der deutschen Wirtschaft wirklich haben, an die Weltspitze vorzustoßen. Sie können den Podcast über manager magazin sowie auf Spotify , Apple , Deezer und bei google abonnieren.