Podcast "Deutschlands digitale Hoffnungsträger" Macht Gorillas mehr Fehler als die Konkurrenz, Alex Brunst?

Der Sektor der Liefer-Start-ups hat in der Corona-Pandemie einen nie dagewesenen Boom erfahren. Am umstrittensten darunter: der Berliner Anbieter Gorillas. Im Podcast stellt sich Gorillas-Manager Alexander Brunst den Fragen.

Es ist eine Wachstumsstory, die ihresgleichen sucht: Das Berliner Start-up Gorillas ist in nur rund zwei Jahren auf 12.000 Mitarbeiter angewachsen und soll – wenn es nach den Investoren geht – drei Milliarden Dollar wert sein.

Die junge Firma des Gründers Kağan Sümer (34) verspricht, Lebensmittel "in Minuten" zu liefern. In der Pandemie hat das einen Nerv getroffen.

Interne Unterlagen, die dem manager magazin zugespielt wurden, bestätigen die rasanten Wachstumskurven. Allerdings zeigen sie auch, dass der Raketenstart alles andere als sanft abläuft: Die rapide Expansion wird mit Millionenverlusten erkauft – teilweise sollen es bis zu 50 Millionen verbrannte Euro pro Monat sein. Die Margen sind haarscharf und die Konkurrenz kommt in der Öffentlichkeit deutlich besser weg als Gorillas. So musste das Start-up etwa schon Hygieneprobleme in seinen Lagern bekämpfen, sich seiner kritischen Fahrerflotte stellen und sich zunehmender Kritik an den Lieferzeiten im App-Store erwehren. Immer wieder springen Topmanager ab.

Im manager-magazin-Podcast "Deutschlands digitale Hoffnungsträger" erklärt Gorillas-Manager Alexander Brunst (38), aus welchen Fehlern man gelernt habe. Brunst betont, Gorillas verfolge nun einen nachhaltigen Wachstumspfad. Nicht nur Fahrermangel in Deutschland  bremst dabei die Firma. Laut jüngster Berichte  hat Gorillas an anderer Stelle selbst die Reißleine gezogen und die Expansion in den USA gestoppt, Mitarbeiter dort entlassen.

Wie schwierig der Weg wird, weiß der Manager. "Es ist kein Markt, wo man Margen von 40, 50 Prozent erzielt", sagt Brunst. "Es ist ein Geschäft, was sehr Operations-lastig ist und was auch darauf ausgelegt ist, dass man in dem, was man macht, exzellent sein muss, um langfristig zu bestehen, weil der Druck vom Markt so groß ist."

Brunst gibt sich zuversichtlich: "Wir haben zeigen können, dass wir hier Werte schaffen, die uns am Anfang viele Kritiker nicht geglaubt haben." Er sagt: "Es wäre wirklich verwunderlich, wenn es diese Kritik nicht geben würde. Ähnlich war es bei Amazon am Anfang." Amazon habe die ersten zehn Jahre keinen Gewinn gemacht "und da hieß es auch: Das kann man nie profitabel betreiben. Dann hieß es, Tesla sei dem Untergang geweiht und inzwischen ist Tesla mehr wert als alle deutschen Autobauer zusammen. Und genauso ist es bei uns jetzt."

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Im Podcast "Deutschlands digitale Hoffnungsträger" informiert und diskutiert mm-Redakteurin Christina Kyriasoglou mit ihrem Kollegen Mark Böschen, welche Chancen die wichtigsten digitalen Hoffnungsträger der deutschen Wirtschaft wirklich haben, an die Weltspitze vorzustoßen. Sie können den Podcast über manager magazin sowie auf Spotify , Apple , Deezer und bei google abonnieren.