Nach massivem Kursrutsch Philips wechselt Konzernchef van Houten aus

Die Aktie von Philips hat massiv verloren. Dafür macht der Medizintechnikkonzern seinen Vorstandschef verantwortlich: Frans van Houten muss mit sofortiger Wirkung gehen. Sein Nachfolger steht bereits fest.
Frans van Houten (Bild Archiv) muss den Chefsessel bei Philips mit sofortiger Wirkung räumen

Frans van Houten (Bild Archiv) muss den Chefsessel bei Philips mit sofortiger Wirkung räumen

Foto: EVA PLEVIER / REUTERS

Der niederländische Medizintechnikkonzern Philips trennt sich nach mehr als einem Jahr massiver Kursverluste von seinem Chef. Frans van Houten (62) verlasse das Unternehmen mit sofortiger Wirkung, teilte der Siemens-Healtinheers-Konkurrent am Dienstag mit. Nachfolger werde zum 15. Oktober Roy Jakobs, der derzeit die Sparte Connected Care leitet.

Der Aufsichtsrat und van Houten hätten sich angesichts des bevorstehenden Endes seiner Amtszeit darauf verständigt, dass jetzt der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen sei, hieß es in einer Firmenmitteilung. Der Vertrag von van Houten hatte eigentlich eine Laufzeit bis Ende April 2023. Der Aktienkurs von Philips hat sich in den vergangenen zwölf Monaten in etwa halbiert.

Jakobs arbeitet seit 2010 für Philips. Er habe nach dem Rückruf von Millionen Beatmungsgeräten die Produktion wieder hochgefahren und wisse viel über Produktqualität und Sicherheit und sei daher der richtige Mann für den Posten, sagte Aufsichtsratschef Feike Sijbesma. Eine außerordentliche Hauptversammlung soll am 30. September über die Ernennung Jakobs entscheiden.

Van Houten formte Philips zu einem Medizintechnik-Spezialisten

Van Houten stand zwölf Jahre an der Spitze von Philips. In dieser Zeit hat er das Unternehmen von einem Konglomerat zu einem Medizintechnik-Spezialisten geformt. An der Börse in Amsterdam legten die Philips-Aktien nach der Ankündigung seines Abgangs 2,3 Prozent zu. Dennoch liegen sie immer noch um mehr als 50 Prozent niedriger als im Juni 2021. Damals musste Philips 5,5 Millionen Beatmungsgeräte wegen möglicher Gesundheitsgefahren zurückrufen.

rei/Reuters
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