Tech-Crash und die Folgen "Einige Start-ups werden einfach schließen müssen"

Der Digitalexperte, Investor und "Doppelgänger"-Podcaster Philipp Klöckner spricht über die Bewertungsexzesse der vergangenen Jahre und nennt die Folgen des Börseneinbruchs. Für viele Start-ups wird es nun schwerer werden, sich zu finanzieren.
Das Interview führte Jonas Rest
Tech-Vordenker: Der Investor Philipp Klöckner beriet früher Rocket Internet. Heute sind seine Analysen bei Venture Capital- (VC) und Private-Equity-Funds gefragt.

Tech-Vordenker: Der Investor Philipp Klöckner beriet früher Rocket Internet. Heute sind seine Analysen bei Venture Capital- (VC) und Private-Equity-Funds gefragt.

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Marzena Skubatz für manager magazin

Philipp Klöckner (41) ist einer der renommiertesten deutschen Techinvestoren und -vordenker. Der frühere Rocket-Internet-Berater gehört unter anderem zu den ersten Finanziers des Lebensmittellieferanten Gorillas. Er berät Venture Capital- (VC) und Private-Equity-Funds wie KKR. Zusammen mit Techunternehmer Philipp Glöckler (38) hat er einen der erfolgreichsten deutschen Tech-Podcasts geschaffen, "Doppelgänger ". Mit dem manager magazin sprach er über das Ende des Finanzierungsbooms, Oligarchen und den Hype um grüne Start-ups.

manager magazin: Herr Klöckner, die Bewertungen von Techwerten sind eingebrochen. Was bedeutet das für Digitalunternehmen, die noch nicht an der Börse sind?

Philipp Klöckner: Die Bewertungen im privaten Markt werden angepasst. Das ist bereits sichtbar, etwa beim US-Lebensmittellieferdienst Instacart mit knapp 40 Prozent. Bei Late-Stage-Runden rechne ich mit Abschlägen von 30 bis 50 Prozent. Sonst können die späten Investoren nicht auf Renditen wie früher kommen.

In den vergangenen zwei Jahren ging es für Investoren in Start-ups fast nur um Wachstum. Zeitenwende auch hier?

Ja. Die Unternehmen werden zeigen müssen, dass sie auf dem Weg in die Profitabilität sind. Denn wer noch jahrelang Verluste schreibt, wird vielleicht kein günstiges Geld mehr bekommen.

Noch sind die Fonds gut gefüllt, und es wird weiter investiert, wenn auch zu niedrigeren Bewertungen. Wird sich das nun ändern?

Billiges Geld ist weiterhin im Überfluss vorhanden, auch wenn sich Anleger vermehrt nach Alternativen zu Start-up-Fonds umschauen. Es wird neue Fonds geben. Das Problem ist aus Sicht von Venture-Capital-Investoren eher, dass die Crossover-Fonds früher investieren, da die Bewertungen in den späten Runden nicht mehr so attraktiv sind.

Sie meinen sehr große Fonds wie Tiger Global , die ursprünglich erst kurz vor dem Börsengang eingestiegen sind.

Sie investieren inzwischen teilweise schon in der A-Runde oder sogar bereits in Seed-Runden – also genau dann, wenn der typische VC einsteigen möchte. Es wird nicht jedem klassischen VC leichtfallen, da seinen Mehrwert zu zeigen, wenn er mit Tiger und Co. konkurrieren muss.

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