Berichte über Milliardenkauf Paypal dementiert Interesse an Pinterest

Eine enge Verbindung von Paypal und Pinterest, also von Fintech und sozialen Medien, erscheint plausibel. Doch nun hat der Bezahldienst Berichte über angebliche Übernahmeabsichten hart dementiert. Die Aktien reagieren deutlich.
Paypal und Pinterest: Angeblich befanden sich die Unternehmen in Übernahmegesprächen

Paypal und Pinterest: Angeblich befanden sich die Unternehmen in Übernahmegesprächen

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Der Bezahldienst Paypal strebt derzeit keine Übernahme der Fotoplattform Pinterest an. Das teilte das Unternehmen in der Nacht zu Montag mit und reagierte damit auf entsprechende Medienberichte.

Die Stellungnahme bestand nur aus einem Satz und ließ offen, ob die Verhandlungen von der plötzlichen Aufmerksamkeit gestört wurden oder die Medieninformationen nicht zutrafen. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg  und das "Wall Street Journal"  hatten vergangene Woche berichtet, dass die beiden Unternehmen Übernahmegespräche führen würden. Die Paypal-Aktie  legte am Montag rund 6 Prozent zu.

Den Berichten der vergangenen Woche zufolge seien 70 Dollar je Pinterest -Aktie im Gespräch gewesen - das wäre ein Aufschlag von rund einem Viertel auf den vorherigen Schlusskurs gewesen und hätte Pinterest mit bis zu 45 Milliarden Dollar bewertet. Die Aktie  von Pinterest stieg daraufhin in der Spitze um 13 Prozent, am Montagvormittag notierte sie zwischen 5 und 6 Prozent leichter.

Pinterest fing an als Ort, an dem Nutzer Fotos aus dem Netz auf sogenannten Pinboards zu bestimmten Themen speichern können - zum Beispiel, wenn sie einen Urlaub planen oder ihr Zuhause umgestalten wollen. Inzwischen versteht sich Pinterest zudem als eine visuelle Suchmaschine, in der die Software ähnliche Objekte identifizieren kann. Auf Basis dieser Fähigkeit will der Dienst auch verstärkt eine Rolle im Onlinehandel spielen - sodass man die Dinge, die man sieht, auch gleich kaufen kann. Hier könnte ein Ansatzpunkt für Paypal liegen.

Ein Übernahmepreis in Höhe von 45 Milliarden Dollar hätte den Kauf von Linkedin durch Microsoft weit in den Schatten gestellt. Die Übernahme, so Experten, hätte auch den Startschuss für weitere Fusionen von Finanztechnologiefirmen und sozialen Medien geben können.

Paypal kommt derzeit auch durch den Boom beim Online-Shopping in der Corona-Pandemie auf eine Marktkapitalisierung von 320 Milliarden Dollar. Der Dienst war einst Teil der Online-Handelsplattform Ebay. Pinterest gehörte wie auch Paypal im vergangenen Jahr zu den Gewinnern der Corona-Pandemie: Mehr Menschen nutzten die Lockdown-Zeit für die App. Mit dem Abbau der Corona-Beschränkungen sank die Nutzerzahl zu Beginn des Sommers wieder. Das Geschäft mit Werbung lief dennoch besser.

rei/dpa-afx
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