Corona-Gewinner Paypal plant Übernahme von Pinterest

Fintech und soziale Medien passen gut zusammen. So kalkuliert zumindest der Bezahldienst Paypal und greift laut einem Bericht des Wall Street Journal nach der Online-Pinnwand Pinterest. Der Preis ist hoch.
Pinterest: Der Aktienkurs des sozialen Netzwerks steigt wegen der Übernahmegerüchte kräftig. Die Aktie von Paypal gibt dagegen nach

Pinterest: Der Aktienkurs des sozialen Netzwerks steigt wegen der Übernahmegerüchte kräftig. Die Aktie von Paypal gibt dagegen nach

Foto: BRENDAN MCDERMID / REUTERS

Der Internet-Bezahldienst Paypal plant offenbar eine milliardenschwere Übernahme der Online-Pinnwand Pinterest. Paypal wolle den Kauf bis Anfang November unter Dach und Fach bringen, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen am Mittwoch. Paypal habe 70 Dollar je Pinterest-Aktie geboten. Mit dem daraus resultierenden Kaufpreis von insgesamt 45 Milliarden Dollar wäre der Deal die bisher größte Übernahme eines Social-Media-Konzerns. Zunächst hatten Bloomberg  und das "Wall Street Journal"  über ein Volumen von 39 beziehungsweise 40 Milliarden Dollar berichtet. Paypal kommt derzeit dank des Online-Shoppingbooms auf eine Marktkapitalisierung von 320 Milliarden Dollar.

Von Paypal und Pinterest gab es vorerst keine Stellungnahme. Beide Unternehmen gelten als Gewinner der Corona-Pandemie. In Zeiten von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen kauften mehr Menschen online ein und bezahlten häufiger über Paypal. Auf Pinterest waren im Lockdown mehr Nutzer unterwegs, die sich dort unter anderem für Bastel- oder Heimwerkprojekte inspirieren ließen.

Mit dem Kauf von Pinterest könnte Paypal daraus Profit schlagen, dass immer mehr Internet-Nutzer Waren kaufen, die sie auf Social-Media-Seiten gesehen haben und die von "Influencern" empfohlen wurden. Den Insidern zufolge ist ein Abschluss des Geschäfts noch nicht sicher. Paypal hoffe aber, die Verhandlungen bis zur Vorlage der Quartalszahlen am 8. November zu Ende bringen zu können. Paypal hatte erst Anfang September mitgeteilt, den japanischen Ratenzahlungsspezialisten Paidy für 2,7 Milliarden Dollar übernommen zu haben.

Eine Übernahme für 45 Milliarden Dollar würde den Kauf von LinkedIn durch Microsoft in den Schatten stellen. Der Technologieriese zahlte vor fünf Jahren gut 26 Milliarden Dollar für die Kontaktplattform. Die Paypal-Pinterest-Hochzeit könnte zudem den Startschuss geben für weitere Zusammenschlüsse von Finanztechnologiefirmen und sozialen Medien.

Das Gebot von 70 Dollar je Anteilsschein wäre ein Aufschlag von 26 Prozent auf den Schlusskurs von Pinterest am Dienstag. Nach Bekanntwerden der Pläne schossen Pinterest-Papiere  am Mittwoch fast 13 Prozent in die Höhe auf 62,68 Dollar. Paypal-Aktien  gaben knapp fünf Prozent nach auf 258,36 Dollar, fingen sich dann aber wieder.

rei/Reuters
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