Hype um KI-Unternehmen OpenAI ChatGPT-Entwickler soll fast 30 Milliarden Dollar wert sein

Es ist der aktuelle Hype im Internet: Auf der Chatplattform ChatGPT haben sich innerhalb von nur fünf Tagen mehr als eine Million Nutzer angemeldet. Jetzt kann das Unternehmen zu einem der wertvollsten Start-ups der USA aufsteigen.
Sam Altman, Mitgründer und CEO von OpenAI: Die Bewertung seines Unternehmens könnte sich bald erheblich steigern

Sam Altman, Mitgründer und CEO von OpenAI: Die Bewertung seines Unternehmens könnte sich bald erheblich steigern

Foto: David Paul Morris / Bloomberg via Getty Images

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Wozu künstliche Intelligenz inzwischen fähig ist, zeigt seit Ende vergangenen Jahres die Software ChatGPT. Der Chatroboter kann Hausaufgaben machen, Bewerbungen schreiben oder Abschiedsreden auf Kollegen schreiben. Inzwischen ist ein regelrechter Hype um das neue Programm des Softwareunternehmens OpenAI entstanden. Mehr als eine Million Nutzerinnen und Nutzer haben sich in den ersten fünf Tagen auf der Plattform angemeldet.

Das macht sich nun anscheinend bezahlt: Das Unternehmen aus San Francisco könnte bald zu einem der wertvollsten Start-ups der Vereinigten Staaten aufsteigen. Laut dem Wall Street Journal  (WSJ) befindet sich OpenAI momentan in Gesprächen über einen Anteilsverkauf, der die Bewertung des Unternehmens erheblich steigern würde – von 14 Milliarden US-Dollar (13 Milliarden Euro) im Jahr 2021 auf nunmehr 29 Milliarden US-Dollar. Die Risikokapitalfirmen Thrive Capital und Founders Fund des Starinvestors Peter Thiel (55) hätten Interesse daran bekundet, Aktien von bestehenden Aktionären zu kaufen, berichtet das WSJ unter Berufung auf interne Quellen. Doch wer steckt eigentlich hinter dem gefeierten Start-up?

Tesla-Chef Elon Musk ist Mitgründer

Auf der Gründerliste von OpenAI stehen prominente Namen, allen voran die von Tesla-Chef Elon Musk (51) und von Tech-Unternehmer Sam Altman (37), der bereits das Einhorn Stripe mitentwickelte. Diese fungierten bei der Gründung im Jahr 2015 auch als Co-Vorsitzende. OpenAI war zunächst als gemeinnütziges Forschungsinstitut konzipiert worden. Ziel war es künstliche Intelligenz  zu erforschen und Erkenntnisse sowie mögliche Patente mit der Öffentlichkeit zu teilen. In der gewinnorientierten Tech-Szene sorgte dies damals für Aufmerksamkeit. Die Mission der Organisation lautete: "sicherzustellen, dass künstliche allgemeine Intelligenz der ganzen Menschheit zugutekommt".

Zunächst finanzierte sich OpenAI durch Spenden, unter anderem zählten die Unternehmerin Jessica Livingston (51), Investor Peter Thiel, sowie Amazon Web Services, Infosys und YC Research zu den frühen Geldgebern. Insgesamt verfügte OpenAI 2015 so über eine Summe von rund einer Milliarde Dollar, "Wir glauben, dass wir nur einen kleinen Bruchteil davon in den nächsten Jahren ausgeben werden", hieß es damals auf der Website des Unternehmens.

Drei Jahre nach der Gründung verkündete  OpenAI dann Elon Musks Rücktritt aus dem Vorstand. Die Begründung: Der Unternehmer wollte einem Interessenkonflikt aus dem Weg gehen, da sich Tesla auf die Weiterentwicklung des autonomen Fahrens mithilfe künstlicher Intelligenz konzentrieren wollte.

Im Jahr 2019 kam schließlich die Abkehr vom reinen Non-Profit-Modell: Das Unternehmen wurde umstrukturiert und die Tochterfirma OpenAI LP gegründet. Diese folgt einem sogenannten "Capped-Profit "-Modell: Die Gewinne für Investoren und Mitarbeiter sind begrenzt, überschüssige Erträge gehen an den Mutterkonzern OpenAI, der gemeinnützig bleibt. Unter anderem darf außerdem auch nur eine Minderheit der Vorstandsmitglieder Anteile am Unternehmen halten.

Microsoft investiert eine Milliarde Euro

Die Entscheidung, nicht an der gemeinnützigen Struktur festzuhalten, kam nicht von ungefähr: Zeitnah zu der Umstrukturierung investierte der Softwaregigant Microsoft rund eine Milliarde Euro in das Unternehmen und wurde damit zu einem der wichtigsten Unterstützer von OpenAI. Im Gegenzug wurde Microsofts Cloudplattform Azure der alleinige Provider des Start-ups. Inzwischen wird in der Branche darüber spekuliert, ob Microsoft seine Suchmaschine Bing mit der Technologie von OpenAI stärken will. Bei der – noch – größten Suchmaschine der Welt, Google, soll bereits wegen ChatGPT ein "Code Red" ausgelöst worden sein.

Doch der Chatroboter ist nicht das einzige vielversprechende Produkt des Start-ups. OpenAI entwickelte unter anderem auch Musenet, ein Service, der Lieder mit einer Länge von vier Minuten generieren kann, und die Software Dall-E, die aus Wörtern Bilder erfindet.

Investoren und Nutzer glauben offenbar an den Erfolg der KI-Produkte von OpenAI. Ob der Hype darum allerdings berechtigt ist, wird sich erst noch zeigen.

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