Marktforscher Finanzinvestoren kaufen Nielsen für 16 Milliarden Dollar

Im zweiten Anlauf kommen der Hedgefonds Elliott und der Vermögensverwalter Brookfield zum Zuge: Für 16 Milliarden Dollar kaufen sie den Marktforschungsriesen Nielsen.
Paul Singer: Der US-Milliardär, Gründer und Präsident des Hedgefonds Elliott Management ist wieder auf Einkaufstour

Paul Singer: Der US-Milliardär, Gründer und Präsident des Hedgefonds Elliott Management ist wieder auf Einkaufstour

Foto: Mike Blake/ REUTERS

Der britisch-amerikanische Marktforschungsriese Nielsen wird für rund 16 Milliarden Dollar von einem Konsortium aus Finanzinvestoren geschluckt. Im zweiten Anlauf akzeptierte der Vorstand ein aufgestocktes Übernahmeangebot des Hedgefonds Elliott und des Vermögensverwalters Brookfield, wie die Beteiligten am Dienstag erklärten. Die Aktie von Nielsen  zogen am Dienstag um mehr als 20 Prozent an.

Die Investoren zahlen 28 Dollar je Nielsen-Aktie, das sind 60 Prozent mehr als der Kurs Anfang März, als die ersten Spekulationen über die Übernahme aufkamen. Vor einer Woche hatte das Unternehmen ein erstes Angebot des Duos über 25,40 Dollar zurückgewiesen. Nielsen ist in den USA vor allem für die Messung der Fernseh- und Radio-Einschaltquoten bekannt.

Elliott ist schon seit vier Jahren an Nielsen beteiligt und hielt zuletzt 4,6 Prozent. Der aktivistische Investor hatte 2018 eine Aufspaltung in zwei Unternehmen gefordert. 2020 verkaufte Nielsen aber stattdessen seine Konsumforschungs-Sparte für 2,7 Milliarden Dollar und konzentrierte sich auf die Medienforschung, mit der das Unternehmen 3,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet.

"In privater Hand hat Nielsen noch bessere Voraussetzungen, um das sich rasch wandelnde Konsumverhalten über alle Kanäle und Plattformen bestmöglich zu messen", sagte Dave Gregory, Managing Partner der börsennotierten Brookfield Business Partners, die dem kanadischen Vermögensverwalter Brookfield Asset Management gehört.

Brookfields und Elliott stecken zusammen 5,7 Milliarden Dollar Eigenkapital in die Übernahme, davon kommen allein 2,65 Milliarden Dollar von Brookfield.


rei/Reuters