Tech-Krise Microsofts Gewinn knickt ein – die Aktie ebenfalls

Der Software-Riese Microsoft hat sich zum Jahresende angesichts hoher Inflation und Rezessionssorgen schwergetan und deutlich weniger verdient. Auch der Ausblick enttäuschte die Börse – die Aktie gab deutlich nach.
Düster: Microsoft enttäuschte mit seinem Ausblick

Düster: Microsoft enttäuschte mit seinem Ausblick

Foto: Swayne B. Hall / dpa

Ein Rekordeinbruch der PC-Absätze brockt Microsoft das geringste Wachstum seit Jahren ein. Der Umsatz des Software-Konzerns stieg den Angaben zufolge im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2022/2023 um 2 Prozent auf 52,7 Milliarden Dollar. Das war das schwächste Wachstum seit mehr als sechs Jahren. Analysten hatten im Schnitt mit 52,94 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn fiel im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 16,4 Milliarden Dollar (15,1 Milliarden Euro).

Microsoft-Titel gerieten an der Wall Street heftig unter Druck. Auch die Prognose des Konzerns enttäuschte Anleger. Unter anderem sagte Microsoft voraus, dass sich das Wachstum der Cloud-Plattform "Azure" um vier bis fünf Prozentpunkte verlangsamen werde. Azure ist ein zentraler Wachstumstreiber für den Konzern und war mit einem Plus von gut 30 Prozent ein Lichtblick im vergangenen Vierteljahr.

Er bezweifle, dass Microsoft auf Basis dieses verlangsamten Wachstums die Ziele für das Geschäftsjahr bekräftigen werde, kommentierte Analyst Brent Thill von der Investmentbank Jefferies.

Hoffnungsträger Cloud und KI

Der Beratungsfirma Gartner zufolge ging der weltweite Absatz von Laptops und Desktop-PCs, der während der Coronavirus-Pandemie geboomt hatte, zum Jahresende 2022 um fast 29 Prozent zurück. Dies schlug sich bei Microsoft in der Sparte Personal Computing, zu der das Betriebssystem Windows gehört, mit einem Umsatzminus von 19 Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar nieder.

Besser lief es für das zukunftsträchtige Cloud-Geschäft, das wie erwartet um 31 Prozent wuchs. Allerdings ist dies der geringste Zuwachs seit 2015. Damals wurden die Zahlen für diesen Geschäftsbereich erstmals separat aufgeschlüsselt. Börsianer werteten aber positiv, dass Microsofts "Azure" dem Rivalen Amazon Web Services (AWS) Marktanteile abjagen konnte (Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Bericht über die jüngsten Entwicklungen im weltweiten Cloud-Geschäft und die Ambitionen der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) auf diesem Gebiet ).

Gleiches galt für das Bekenntnis des Microsoft-Chefs Satya Nadella zur Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz (KI). Sein Konzern hatte am Montag angekündigt, sein Engagement bei OpenAI, dem Anbieter der KI-Software ChatGPT, auszubauen. Früheren Medienberichten zufolge lässt sich Microsoft dies zehn Milliarden Dollar kosten.

cr/Reuters/dpa
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