Discord Microsoft will Chatdienst für zehn Milliarden Dollar kaufen

Der Softwarekonzern sucht schon länger den Zugang zu florierenden Nutzergemeinschaften. Da würde die Plattform Discord mit 100 Millionen Nutzern gut ins Portfolio passen.
So geht Backen: Discord ist schon längst mehr als eine reine Chatplattform für Gamer und zählt monatlich 100 Millionen aktive Nutzer

So geht Backen: Discord ist schon längst mehr als eine reine Chatplattform für Gamer und zählt monatlich 100 Millionen aktive Nutzer

Foto: Discord

Der US-Softwareriese Microsoft will Kreisen zufolge durch einen Zukauf sein Angebot im Computerspielgeschäft ausbauen. Microsoft sei in Gesprächen, die private US-Firma Discord für über zehn Milliarden US-Dollar zu kaufen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg  in der Nacht zu Dienstag mit Berufung auf Insider.

Discord startete 2015 und ist ein Onlinedienst für Sprach-, Video- und Textkommunikation, der sich anfangs vor allem an Computerspieler richtete. Allerdings lernten während der Pandemie mit ihren Lockdowns auch viele andere Menschen das Angebot zu schätzen und nutzen die Technologie zunehmend für Studiengruppen, Tanzkurse, Buchclubs und andere virtuelle Zusammenkünfte. Nach eigenen Angaben zählt Discord monatlich mehr als 100 Millionen aktive Nutzer und hat sein Angebot für neue Nutzer bewusst ausgebaut, um es in einen "Ort zum Reden" zu verwandeln und nicht nur eine Gamer-zentrierte Chatplattform zu sein.

Discord längst mehr als eine reine Gamer-Plattform

Discord habe mit verschiedenen potenziellen Käufern Gespräche geführt und Microsoft sei im Rennen, heißt es in dem Bloomberg-Bericht weiter. Allerdings stehe kein Deal unmittelbar bevor. Zudem sei es auch gut möglich, dass sich Discord für einen Börsengang entscheide, hieß es von einer Person, die in die Prozesse involviert ist. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.

"Die mögliche Übernahme von Discord durch Microsoft ergibt sehr viel Sinn, da das Unternehmen sein Gaming-Geschäft weiter in Richtung Software und Services umgestaltet", sagte Matthew Kanterman, Analyst bei Bloomberg. Es bestünde die große Chance für Microsoft, Discords Premium-Angebot "Nitro" in das eigene Angebot zu integrieren, um mehr Abonnements zu generieren. Micorosoft hatte hier zuletzt von 18 Millionen gesprochen.

Microsoft sucht Zugang zu florierenden Nutzergemeinschaften

Microsoft schaut sich schon länger nach möglichen Übernahmekandidaten um, die Zugang zu florierenden Nutzergemeinschaften bieten würden. So hatte der Softwarekonzern im vergangenen Jahr versucht, die Social-Media-App Tiktok zu kaufen und auch Gespräche über die Übernahme von Pinterest geführt.

Schließlich hatte Microsoft im September seine Gaming-Sparte um die Spielkonsole Xbox mit einem milliardenschweren Zukauf verstärkt: So hatte Microsoft eine Übernahmevereinbarung mit Zenimax Media bekannt gegeben, der Konzernmutter von Bethesda Softworks und einigen anderen bekannten Spieleentwicklern. Demnach zahlte Microsoft 7,5 Milliarden US-Dollar in bar. Zenimax ist mit seinen Studios für Spielehits wie "Doom", "Fallout" oder "The Elder Scrolls" verantwortlich und hat laut damaliger Angaben rund 2300 Mitarbeiter.

rei/dpa-afx