Kräftiger Umsatz- und Gewinnsprung Microsoft und Google sind Pandemie-Gewinner

Gearbeitet wird im Homeoffice, und auch die Onlinewerbung zieht wieder an: Die US-Riesen Microsoft und Google-Mutter Alphabet verzeichnen jeweils einen Umsatz- und Gewinnsprung. Aktionäre reagieren jedoch unterschiedlich.
Milliardengewinne: Google und Microsoft sind Gewinner in Pandemie-Zeiten

Milliardengewinne: Google und Microsoft sind Gewinner in Pandemie-Zeiten

Foto: ELIJAH NOUVELAGE / AFP

Der Trend zum Homeoffice lässt den Softwarekonzern Microsoft in der Corona-Krise glänzend dastehen. Im ersten Quartal legte der Umsatz um 19 Prozent auf 41,7 Milliarden Dollar zu, wie der weltgrößte Softwareanbieter am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Gewinn stieg um 44 Prozent auf 15,46 Milliarden Dollar.

Firmenchef Satya Nadella (53) sagte, die Digitalisierung verlangsame sich auch ein Jahr nach Beginn der Pandemie nicht. Das Wachstum wurde besonders von der Cloud-Sparte Azure angeschoben, die auf ein Erlösplus von 50 Prozent kam. Sie konkurriert mit Amazons AWS und Googles Cloud. Letzterer Dienst kam von Januar bis März auf ein Plus von fast 46 Prozent. Künftig soll auch der KI-Spezialist Nuance Communications für Zuwächse sorgen, den Microsoft für 20 Milliarden Dollar übernehmen will.

Am Aktienmarkt konnte der Windows-Anbieter jedoch nicht überzeugen. Die Papiere  fielen nachbörslich mehr als 3 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die Aktie allerdings um 50 Prozent zugelegt.

Cloud-Dienste und Software Teams sind gefragt

Seit vielen Quartalen baut Microsoft kontinuierlich sein Cloud-Geschäft aus und profitiert davon, dass immer mehr Unternehmen darauf verzichten, eigene, teure Rechenzentren zu betreiben. Stattdessen nehmen sie lieber die Dienste von Cloud-Plattformen in Anspruch, die ihnen auf externen Servern Speicherplatz sowie Anwendungen zur Verfügung stellen. Mit Azure ist Microsoft zur Nummer zwei im Markt hinter AWS aufgestiegen und holt weiter auf.

In der Corona-Krise ist daneben auch die Kommunikationssoftware Teams gefragt, die unter anderem mit Slack konkurriert. Aber auch Windows-Anwendungen profitieren vom jüngsten PC-Boom in Homeoffice-Zeiten. Die Verkäufe von Windows an Computerhersteller stiegen um 10 Prozent.

Alphabet sieht starkes Wachstum bei Onlinewerbung

Auch die Google-Mutter Alphabet konnte im ersten Quartal ihren Umsatz und Gewinn steigern. Dank ausgabefreudiger Werbekunden kletterten die Erlöse um 34 Prozent auf 55,3 Milliarden Dollar, wie der weltgrößte Suchmaschinenanbieter am Dienstag nach US-Börsenschluss bekannt gab. Finanzchefin Ruth Porat (64) führte den Zuwachs auf verstärkte Online-Aktivitäten sowie ein breites Wachstum des Werbeumsatzes zurück. Allein die Videoplattform Youtube steigerte den Umsatz um zwei Milliarden Dollar. Alphabet kündigte ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 50 Milliarden Dollar an.

Rückkaufprogramm von 50 Milliarden Dollar erfreut Alphabet-Aktionäre

Analysten hatten im Schnitt mit einem geringeren Einnahmeplus gerechnet. Die Alphabet-Aktien  legten nachbörslich rund 5 Prozent zu - auch wegen des angekündigten Rückkaufprogramms. Im Sog ging es auch bei den Facebook-Papieren  hoch. Das weltgrößte Internetnetzwerk gibt morgen Einblick in das abgelaufene Quartal.

Angesichts von rund um den Globus geschlossenen Läden und Ausgangsbeschränkungen verlagerten viele Händler ihre Werbung komplett ins Internet, um ihre Kunden überhaupt zu erreichen. Denn diese waren in der Corona-Krise gezwungen, online einzukaufen und zu kommunizieren. Das deutliche Umsatzplus von Januar bis März könnte darauf hindeuten, dass Google-Dienste auch nach Ende der Coronavirus-Pandemie stark nachgefragt bleiben.

Ähnlich wie Microsoft und Amazon setzt Google auf den Verkauf von Cloud-Anwendungen. Die Einnahmen in diesem Bereich legten im Auftaktquartal um fast 46 Prozent zu. Zugleich schrumpften die Verluste auf 974 Millionen Dollar nach 1,73 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn stieg im ersten Quartal wegen Wertsteigerungen bei Venture-Beteiligungen und geringeren Abschreibungen bei Rechenzentren um 162 Prozent auf 17,9 Milliarden Dollar.

la/Reuters, DPA
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