US-Technologieriesen Cloud-Geschäft lässt Umsätze von Microsoft und Alphabet springen
Es läuft: Die Microsoft-Umsätze kletterten etwa doppelt so stark wie erwartet
Foto: Matthias Balk / DPAGestützt auf ein 27-prozentiges Wachstum der Cloud-Sparte Azure steigerte Microsoft den Konzernumsatz um sieben Prozent auf 52,9 Milliarden Dollar, etwa doppelt so stark wie erwartet. Auch die Einnahmen aus Online-Werbung im Karrierenetzwerk LinkedIn und aus dem Verkauf der Bürosoftware Office entwickelten sich besser als gedacht. Gleichzeitig schrumpfte das wichtige Geschäft mit dem Betriebssystem Windows, das stark von den weltweiten PC-Absätzen abhängt, weniger stark als befürchtet. Daher lag der Gewinn mit 2,45 Dollar je Aktie über der Analystenprognose von 2,23 Dollar je Aktie.
Die Alphabet-Sparte Google Cloud wuchs ähnlich stark wie Azure von Microsoft und verbuchte Erlöse von 7,454 Milliarden Dollar. Der Konzernumsatz wuchs daher überraschend deutlich auf 69,79 Milliarden Dollar. Sparmaßnahmen wie der Abbau Tausender Jobs und die Aufgabe von Büroraum schlugen beim Mutterkonzern Alphabet zugleich mit Kosten von 2,6 Milliarden Dollar zu Buche.
Im Kerngeschäft mit Werbung rund um die Websuche legten die Erlöse um 1,8 Prozent auf 40,36 Milliarden Dollar zu. Bei der Videoplattform Youtube sanken die Anzeigeneinnahmen von 6,87 auf 6,69 Milliarden Dollar.
Unter dem Strich Alphabet einen Quartalsgewinn von gut 15 Milliarden Dollar. Das waren 8,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, lag aber ebenfalls über den Erwartungen. Bei Anlegern kamen die Zahlen der beiden Konzerne gut an. Die Aktien von Microsoft und Alphabet stiegen im nachbörslichen US-Geschäft zeitweise um jeweils rund drei Prozent.
Künstliche Intelligenz ist das zentrale Thema
Börsianer warteten neben den Geschäftszahlen allerdings auch gespannt auf Neuigkeiten zu den Investitionsplänen in Künstliche Intelligenz (KI). Von dieser Technologie, die seit der Vorstellung des Chatbots ChatGPT im November 2022 die Schlagzeilen beherrscht, versprechen sie sich zusätzliches Geschäft. "Das ist aber ein zweischneidiges Schwert, weil die Firmen unter Druck stehen, in einer schwächelnden Konjunktur den Mittelzufluss zu verbessern", sagte Analyst Thiago Kapulskis der Bank Itau BBA. Gleichzeitig erwarteten Investoren, dass die Technologiefirmen sich an die Spitze der KI-Entwicklung setzten.
So entwickelt Microsoft einem Medienbericht zufolge einen eigenen Spezialchip für Anwendungen wie ChatGPT seiner Beteiligung OpenAI. Bislang wird dieses Geschäft vom US-Konzern NVidia beherrscht, der für seine Grafikkartenchips bekannt ist. Alphabet legt seine KI-Entwicklungssparten Google Brain und DeepMind zusammen. Beide Konzerne haben bereits mehrere ihrer Produkte mit KI-Funktionen ausgestattet.