Gewinne und Umsätze steigen Microsoft und AMD verdienen glänzend in der Corona-Krise

Tech-Konzerne wie Microsoft und Intel-Konkurrent AMD profitieren von Trends, die wohl nicht mehr zurückzudrehen sind. Die Pandemie beflügelt die Geschäfte zusätzlich.
"Die digitale Leistungsfähigkeit ist die neue Währung": Microsoft-Chef Satya Nadella

"Die digitale Leistungsfähigkeit ist die neue Währung": Microsoft-Chef Satya Nadella

Foto: MANJUNATH KIRAN/ AFP

Der weltweite Trend zum Homeoffice und Cloud-Computing lässt Microsoft in der Corona-Krise glänzend dastehen. "Die digitale Leistungsfähigkeit ist die neue Währung, die über die Widerstandsfähigkeit und das Wachstum jeder einzelnen Organisation bestimmt", sagte Firmenchef Satya Nadella (53) am Dienstag nach US-Börsenschluss.

Der Umsatz des weltgrößten Softwarekonzerns kletterte von Oktober bis Dezember um 17 Prozent auf 43,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn sprang im Jahresvergleich um 33 Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar hoch. Das Umsatzwachstum wurde besonders von der Cloud-Sparte Azure angeschoben, die auf ein Erlösplus von 50 Prozent kam. Die Aktie  legte nachbörslich 6 Prozent zu. Im vergangenen Jahr hatte sie bereits rund 41 Prozent gewonnen.

Seit vielen Quartalen baut Microsoft kontinuierlich sein Cloud-Geschäft aus und profitiert davon, dass immer mehr Unternehmen darauf verzichten, eigene, teure Rechenzentren zu betreiben. Mit Azure ist Microsoft zur Nummer zwei im Markt hinter AWS von Amazon aufgestiegen.

SAP nimmt Teams mit ins eigene Programm

Auch die deutsche SAP setzt immer stärker auf den Windows-Anbieter. Erst vergangene Woche gaben die Unternehmen bekannt, ihre Partnerschaft auszubauen. SAP wird nun das in der Krise durch die Decke schießende Programm Teams für eine standortübergreifende Teamarbeit, die auch Videokonferenzen möglich macht, in das eigene Angebot integrieren.

Auch die Spielekonsole Xbox, von der Microsoft im November zwei neue Modelle auf den Markt brachte, war im Weihnachtsgeschäft gefragt. Der Umsatz der Sparte, die zuletzt auch unter der Chipknappheit und den dadurch begrenzten Absatzmöglichkeiten litt, kletterte von Oktober bis Dezember - dem zweiten Geschäftsquartal bei dem Konzern aus Redmond - um 40 Prozent. Das Karrierenetzwerk Linkedin, das zu Beginn der Krise noch unter den damit einhergehenden Lockdowns litt, legte um 23 Prozent zu und kehrte damit auf Vorkrisenniveau zurück.

Auch AMD profitiert vom hohen Bedarf an Computern

Wie Microsoft profitierte auch der Chipkonzern AMD  stark vom Wachstum im PC-Markt und dem Ausbau von Rechenzentren in der Corona-Pandemie. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 53 Prozent auf gut 3,2 Milliarden Dollar, teilte der Intel-Konkurrent ebenfalls nach US-Börsenschluss am Dienstag mit. Der Gewinn sprang von 170 Millionen Dollar vor einem Jahr auf 1,78 Milliarden Dollar hoch. Davon gingen allerdings rund 1,3 Milliarden Dollar auf eine Steuergutschrift zurück.

Im Geschäft mit PC-Prozessoren und Grafikchips legte der Umsatz um 18 Prozent auf 1,96 Milliarden Dollar zu. Die lange Zeit rückläufigen Verkäufe von Personal Computern waren in der Corona-Krise dank der hohen Nachfrage nach Notebooks für Heimarbeit deutlich gestiegen.

Besonders stark wuchs bei AMD aber die Sparte, die Chips für Server und Spielekonsolen liefert - von 465 Millionen Dollar vor einem Jahr auf knapp 1,3 Milliarden Dollar. In der Pandemie mit ihrem starken Anstieg unter anderem bei Videokonferenzen bauten Infrastruktur-Anbieter die Kapazität ihrer Rechenzentren aus. Chips von AMD stecken zudem in den neuen Konsolen von Sony und Microsoft, die Ende vergangenen Jahres auf den Markt kamen.

rei/Reuters, DPA