VR-Spezialist Within Unlimited Kartellwächter wollen Facebook Akquisition verbieten

Meta ist führender Player in dem Markt mit VR-Brillen und mit seiner Plattform für virtuelle Realität. Mark Zuckerberg will den Konzern auch langfristig auf das "Metaverse" ausrichten. Die US-Kartellbehörde unter Führung von Lina Khan meldet jetzt Bedenken an und zieht vor Gericht.
Lina Khan: Die Chefin der US-Handelsbehörde FTC will der Facebook-Mutter Meta eine wichtige Akquisition verbieten lassen

Lina Khan: Die Chefin der US-Handelsbehörde FTC will der Facebook-Mutter Meta eine wichtige Akquisition verbieten lassen

Foto: POOL / REUTERS

US-Wettbewerbshüter nehmen erstmals die starke Marktposition des Facebook-Konzerns Meta im Geschäft mit virtueller Realität ins Visier. Die Handelsbehörde FTC zog vor Gericht, um den Kauf einer Entwicklerfirma durch Meta zu verhindern.

Bei virtueller Realität können Nutzer mit Spezialbrillen auf dem Kopf in digitale Welten eintauchen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (38) setzte früh auf das Geschäft mit dem Kauf des VR-Brillen-Pioniers Oculus im Jahr 2014. Der Konzern ist nun ein führender Player in dem Markt mit Brillen und einer Plattform für VR-Inhalte.

Zuckerberg gab vor Kurzem das Ziel aus, eine virtuelle Welt - das "Metaverse" - als zukünftige Computerplattform zu etablieren. Hierhin sollen sich nach seinen Vorstellungen das geschäftliche und soziale Leben verstärkt verlagern. Damit hat auch die Änderung des Konzernnamens von Facebook zu Meta zu tun. Der CEO setzt all seine Hoffnungen in die virtuelle Welt - ein hochristkantes Spiel .

Doch noch kosten die Pläne vor allem Geld: Die Sparte Reality Labs, in der die "Metaverse"-Entwicklung und das VR-Geschäft gebündelt sind, verbuchte allein im vergangenen Quartal einen operativen Verlust von 2,8 Milliarden Dollar. Meta hatte vor wenigen Tagen eine Preiserhöhung bei seinen VR-Brillen angekündigt.

Die Firma Within Unlimited, die Meta kaufen will, steht hinter einer VR-Fitness-App mit dem Namen "Supernatural". Die FTC argumentiert, Meta mit seinem "VR-Imperium" wolle diesen Markt durch den Aufkauf besetzen, statt mit einem eigenen Angebot um ihn zu konkurrieren.

Die Übernahme könne zu weniger Wettbewerb und potenziell höheren Preisen führen, heißt es in der am Mittwochabend bekannt gewordenen und eingereichten Klage. "Und Meta wäre einen Schritt näher zum ultimativen Ziel, das gesamte "Metaverse" zu besitzen." Meta gehört bereits die ebenfalls auf Bewegung ausgelegte VR-App "Beat Saber". Laut einem Medienbericht will Meta sich den im vergangenen Herbst angekündigten Kauf von Within über 400 Millionen Dollar kosten lassen.

Meta konterte, die FTC-Klage stütze sich auf "Ideologie und Spekulationen" statt Fakten. Die Idee, dass die Übernahme wettbewerbsfeindlich wäre, sei "unglaubwürdig", sagte ein Konzernsprecher dem Technologieblog "The Verge". Die FTC fährt unter ihrer neuen Chefin Lina Khan (33) einen härteren Kurs gegenüber den großen Tech-Konzernen, die in den USA lange von einer eher laschen Wettbewerbsaufsicht profitiert hatten.

rei/DPA
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