Facebook-Mutterkonzern So drängt Meta heimlich seine Mitarbeiter raus

Meta-CEO Mark Zuckerberg steht unter Druck. Das Wachstum schwächelt, der Aktienkurs bricht immer weiter ein. Zuckerberg selbst hat deshalb schon die Hälfte seines Vermögens verloren. Nun müssen die Ausgaben runter und das soll offenbar auf Kosten der Mitarbeiter geschehen.
Stiller Abgang: Genauso wie Meta-CEO Mark Zuckerberg die Bühne sollen auch die Beschäftigten das Unternehmen möglichst geräuschlos verlassen

Stiller Abgang: Genauso wie Meta-CEO Mark Zuckerberg die Bühne sollen auch die Beschäftigten das Unternehmen möglichst geräuschlos verlassen

Foto: STEPHEN LAM/ REUTERS

Der Facebook-Mutterkonzern Meta will offenbar die Kosten in den kommenden Monaten um mindestens 10 Prozent senken. Dazu habe das Unternehmen still und heimlich damit begonnen, Abteilungen umzustrukturieren, berichtet das "Wall Street Journal " unter Berufung auf aktuelle und ehemalige Manager des Konzerns. Meta räume den Mitarbeitern dabei allerdings nur ein begrenztes Zeitfenster von 30 Tagen ein, um sich für andere Positionen innerhalb des Unternehmens zu bewerben.

Der Social-Media-Konzern sei mit einem stockenden Wachstum und einem verstärkten Wettbewerb konfrontiert, heißt es weiter. Ein Großteil der Kosten solle daher durch Einsparungen bei den Personalkosten reduziert werden.

Meta-Sprecher Tracy Clayton bestätigte die Einsparungen und verwies auf die Aussagen von CEO Mark Zuckerberg vom Juli, dass das Unternehmen angesichts des zunehmenden Drucks auf das Geschäft seine Ressourcen umverteilen müsse. Wie viele Mitarbeiter von den Umstrukturierungen betroffen sind, sagte Clayton nicht mit. Meta beschäftigt derzeit weltweit rund 84.000 Mitarbeiter, das sind 32 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Wie das "WSJ" weiter berichtet, habe Meta seine Prognosen für die Kosten seit dem dritten Quartal 2021 zwar gesenkt, aber nicht angedeutet, dass es die Zahl der Mitarbeiter auf andere Weise als durch natürliche Fluktuation reduzieren werde. Nun würden sogar Beschäftigte aus dem Unternehmen gedrängt, die eigentlich einen guten Ruf haben und leistungsstark seien.

Zuckerbergs Vermögen hat sich halbiert

Während der Pandemie haben die großen Tech-Konzerne in hohem Tempo neue Mitarbeiter eingestellt, die sie nun angesichts der sich verschärfenden konjunkturellen Lage wieder loswerden wollen. Apple, Amazon, Google und Microsoft hatten bereits im Sommer angekündigt, bei den Kosten auf die Bremse treten zu wollen und Einstellungsstopps zu verhängen.

Meta-Chef Mark Zuckerberg (38) hatte damals erklärt, dass er mit einem der härtesten Wirtschaftsabschwünge der jüngeren Geschichte rechne. Ende Juli musste Meta den ersten Umsatzrückgang seit seinem Börsengang verkünden, davor sogar schrumpfende Nutzerzahlen . Das Werbegeschäft schwächelt, vor einem Jahr lag die Konzernmarge noch 12 Prozentpunkte höher. Der Aktienkurs von Meta ist in diesem Jahr bisher um mehr als 56 Prozent gefallen, der Börsenwert des Unternehmens ist seit dem Höchststand aus dem September 2022 um mehr als 685 Milliarden US-Dollar gefallen.

Das ging natürlich auch nicht spurlos an Zuckerberg persönlich vorbei. Laut dem Wirtschaftsnachrichtendienst "Bloomberg " verlor der Meta-Chef seit Beginn des Jahres mehr als 71 Milliarden US-Dollar (72 Milliarden Euro). Im September 2021 war sein Vermögen mit rund 142 Milliarden US-Dollar so hoch eingeschätzt wie noch nie. Er bewegte sich damit in den oberen Reihen der weltweiten Milliardärsliste, gemeinsam mit Amazon-Chef Jeff Bezos (58) und Microsoft-Gründer Bill Gates (66).

Doch inzwischen hat sich sein Vermögen aufgrund des Verfalls der Meta-Aktie mehr als halbiert. Zuckerberg rangiert mit rund 56 Milliarden US-Dollar nun nur noch auf Platz 20 der Milliardärsliste. Der CEO tritt daher die Flucht nach vorn an und setzt all seine Hoffnungen in das Metaversum – dem 3D-Internet, in dem Nutzer an den Erfahrungen selbst beteiligt sind und nicht nur zuschauen. Doch das ist hochriskant .

mg
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.