Meta-Konzern Facebook erleidet ersten Umsatzrückgang seit dem Börsengang

Lange schien das Geschäft von Facebook immun gegen Datenskandale und Wirtschaftsschwäche. Nun fällt der Umsatz erstmals seit dem Börsengang zurück. Werbekunden sind offenbar sparsamer geworden. Und dann ist da noch das Problem mit Apple.

Sheryl Sandberg: Der starke Dollar macht Facebook zu schaffen, sagt die Topmanagerin

Sheryl Sandberg: Der starke Dollar macht Facebook zu schaffen, sagt die Topmanagerin

Foto: JOSHUA ROBERTS/ REUTERS

Der Facebook-Eigner Meta hat die rückläufigen Werbebudgets rund um den Globus zu spüren bekommen und den ersten Umsatzrückgang seit seinem Börsengang 2012 kassiert. Im zweiten Quartal fielen die Erlöse leicht um 1 Prozent auf 28,8 Milliarden US-Dollar (28,18 Milliarden Euro), wie der Techkonzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit lag der Umsatz noch unter den Erwartungen von Analysten, die nach den Problemen von Snap und Twitter bereits ein schwaches Quartal prognostiziert hatten. Die Aktie  fiel nachbörslich rund 5 Prozent. Das hing auch mit dem verhaltenen Ausblick zusammen.

Meta-COO Sheryl Sandberg (52) verwies zur Begründung auch auf den starken US-Dollar, der zu einer ungünstigen Umrechnung von Auslandseinnahmen in der Bilanz führte. Ohne den Anstieg des Dollar-Kurses hätte es ein Umsatzplus von 3 Prozent gegeben, betonte sie in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Allerdings schlug sich der Onlinewerbe-Branchenprimus Google im abgelaufenen Quartal besser als erwartet, was auch der Nummer zwei, Meta, zusetzen dürfte.

Mark Zuckerberg auch für das laufende Quartal skeptisch

Der von Mark Zuckerberg (38) gegründete und geführte Konzern, zu dem Dienste wie Facebook, Whatsapp und Instagram gehören, ist auch für das laufende Quartal skeptisch und lässt bei seinen Umsatzerwartungen eine große Spanne von 26 bis 28,5 Milliarden US-Dollar. Damit ist ein erneuter Rückgang eingepreist. Im dritten Quartal 2021 erwirtschaftete Meta knapp 28,3 Milliarden US-Dollar.

Finanzchef Dave Wehner verwies zur Begründung auf eine schon im zweiten Quartal spürbare Abschwächung des Online-Werbemarkts angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit. "Ich würde sagen, die Situation wirkt schlimmer als ein Quartal zuvor", räumte Zuckerberg ein.

Meta machen neben der scharfen Konkurrenz durch Tiktok die Datenschutz-Regeln von Apple zu schaffen. Das neue Betriebssystem für Apples iPhone erschwert die Personalisierung von Anzeigen, wodurch sie als weniger wirksam gelten und weswegen Werbetreibende weniger zahlen. Die Zahl der täglich aktiven Facebook-Nutzer wuchs allerdings zu Ende Juni um 3 Prozent auf 1,97 Milliarden zu, was bedeutet das nahezu jeder vierte Mensch auf der Welt den Meta-Dienst nutzt.

Gewinn bricht um 36 Prozent ein, Meta will Milliarden sparen

Der Gewinn von Meta brach von April bis Juni um 36 Prozent auf 6,69 Milliarden US-Dollar ein. Das hängt auch mit den höheren Kosten zusammen. Meta zählt aktuell mit rund 83.500 Mitarbeitern etwa ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Nun will Meta die Kosten stärker im Blick haben und bestätigte erneut, bei Neueinstellungen restriktiver vorzugehen und bei Investitionen vorsichtiger zu sein. So hatte Meta etwa angekündigt 30 Prozent weniger Ingenieure einzustellen als geplant. CEO Zuckerberg hatte in diesem Zusammenhang gesagt, dass er mit einem der härtesten Wirtschaftsabschwünge der jüngeren Geschichte rechne.

Insgesamt will das Unternehmen nun firmenweit in diesem Jahr 85 bis 88 Milliarden US-Dollar ausgeben statt 87 bis 92 Milliarden. Über die Ausgaben wacht künftig die bisherige Vize-Finanzchefin Susan Li. Der langjährige Finanzchef David Wehner übernimmt die neu geschaffene Rolle des Strategiechefs.

rei/Reuters, DPA
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