Flugtaxi-Startup Lilium verschiebt Marktstart auf 2025

Nur ein halbes Jahr nach dem US-Börsengang sieht sich das deutsche Flugtaxi-Startup Lilium gezwungen, seinen Zeitplan um ein ganzes Jahr zu verschieben.
Schon länger Zweifel: Experten rechneten nicht damit, dass Lilium pünktlich starten kann

Schon länger Zweifel: Experten rechneten nicht damit, dass Lilium pünktlich starten kann

Foto: HANDOUT / REUTERS

Der bayerische Flugtaxi-Entwickler Lilium verschiebt seinen Marktstart um ein Jahr auf 2025. Es gebe mehrere Gründe für die Entscheidung, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf ein Gespräch mit Firmenchef Daniel Wiegand. Dazu gehörten Verzögerungen bei der Auslegung des Modells, die Corona-Pandemie und Detailgespräche mit den Zulassungsbehörden. "Es ist ein hochkomplexes Programm und wir können und wollen keine Abstriche bei der Sicherheit machen."

Lilium wollte eigentlich 2024 den Betrieb aufnehmen und ein Jahr später das Unternehmen aus Oberpfaffenhofen in einigen Städten und Regionen einen Airline-Service in Betrieb genommen haben. Über das Himmelfahrtsprojekt des Lilium-Gründers hatte das manager magazin berichtet.  Passagiere sollen mit einem siebensitzigen Senkrechtstarter befördert werden, angestrebt ist eine Reichweite von mehr als 250 Kilometern.

Vor gut einem halben Jahr ist Lilium durch die Hintertür an die US-Börse gegangen, es war in einen leeren Börsenmantel geschlüpft. Firmen rund um den Globus liefern sich derzeit ein kostspieliges Rennen um das erste Flugtaxi-Angebot.

Schon länger gab es Zweifel, ob Lilium seine Versprechungen erfüllen kann. Experten warnten vor Verzögerungen, da es sich um ein neues Flugmodell samt neuer Zulassungsverfahren durch die Behörden handelt.

Die Lilium-Aussagen spiegelten sich zuletzt auch im Kursverfall der Aktie seit dem Börsengang im September 2021 wider. Von zehn Dollar je Anteil hat sich der Kurs auf zuletzt rund 3,90 Dollar mehr als halbiert.

sio/dpa