Tech-Milliardär fordert mehr Krypto-Regulierung Peter Thiel sieht Bitcoin als „chinesische Finanzwaffe“

Obwohl Tech-Investor Peter Thiel mit Bitcoin-Investments bislang sehr gut verdient hat, fordert er jetzt eine stärkere Krypto-Überwachung durch die USA – und kritisiert China sowie mehrere Big-Tech-Konzerne scharf.
Warnt vor möglicher Krypto-Verschwörung: Tech-Investor Peter Thiel (53) meint, dass China große Bitcoin-Vorräte als Finanzwaffe gegen die USA nutzen könnte

Warnt vor möglicher Krypto-Verschwörung: Tech-Investor Peter Thiel (53) meint, dass China große Bitcoin-Vorräte als Finanzwaffe gegen die USA nutzen könnte

Foto: SAUL LOEB/ AFP

Der Kurs der Krytowährung Bitcoin hat zuletzt nochmals deutlich angezogen. Von der Kursentwicklung profitiert auch Tech-Venturekapitalgeber Peter Thiel (53) kräftig. Der deutschstämmige Paypal-Gründer und Facebook-Investor hat über seinen "Founders Fund" im Jahr 2017 rund 20 Millionen Dollar in die Kryptowährung  investiert. Schon Anfang 2018, als der Bitcoin-Kurs noch bei rund 14.000 Dollar lag, soll sein Investment hunderte Millionen Dollar wert gewesen sein.

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Heute dürfte es, wenn Thiel zwischenzeitlich nicht verkauft hat, mehr als das Vierfache wert sein. Nun könnte sich Thiel zurücklehnen und seinen Wertzuwachs still genießen. Doch das ist definitiv nicht die Gangart des streitbaren Investors, der vor drei Jahren mit großem Pomp dem Silicon Valley den Rücken kehrte. Im Gegenteil: In einem Online-Gespräch einer konservativen Stiftung forderte Thiel nun die US-Regierung auf, strengere Regulierungen für Kryptowährungen in Betracht zu ziehen.

Thiel: Bitcoin bedroht den US-Dollar

Er sei zwar "pro krypto" und "maximal für Bitcoin", erklärte Thiel laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg . Doch die Währung könnte die USA unterminieren, führte Thiel weiter aus – mit folgender Begründung: "Ich frage mich, ob Bitcoin zum aktuellen Zeitpunkt auch in Teilen als chinesische Finanzwaffe gegen die USA betrachtet werden sollte", sagte Thiel laut Bloomberg bei einem Online-Roundtable der Richard Nixon Stiftung am Dienstag.

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Die Kryptowährung bedrohe Notenbankengeld, insbesondere den amerikanischen Dollar. Da der US-Dollar noch immer die Weltleitwährung ist, verschafft er den USA seit Jahrzehnten Vorteile, was US-Finanzpolitiker gegenüber ausländischen Kollegen gerne mit dem Ausspruch "our currency, your problem" kommentieren.

Doch diese Vormachtstellung des US-Dollar könnte bröckeln: Wenn China große Bitcoin-Vorräte aufgebaut haben sollte, möglicherweise aufgrund einer geopolitischen Perspektive, sollten "die USA etwas härtere Fragen dazu stellen, wie das genau funktioniert", so Thiel.

Thiel, der neben seiner deutschen auch die amerikanische und neuseeländische Staatsbürgerschaft hat, hat in der Vergangenheit häufig US-Unternehmen kritisiert, die mit China Geschäfte machen. Bei der Online-Veranstaltung sprach er unter anderem mit Mike Pompeo, dem Ex-Außenminister der Trump-Regierung, und Robert O’Brien, einem von Trumps frühen Beratern für nationale Sicherheit.

USA sollten auch Apple genauer untersuchen, fordert Thiel

In dem Gespräch erneuerte Thiel auch seine Kritik an Google. Dem IT-Riesen warf er vor, dass seine Technologie möglicherweise zur Unterdrückung der Uiguren in China missbraucht werde. Er habe Google-Mitarbeiter der Abteilung für Künstliche Intelligenz befragt, ob Google-Technologie in der Provinz Xinjiang eingesetzt werde. Deren Antwort, so Thiel, sei gewesen, dass sie es nicht wirklich wüssten, und dass er keine Fragen stellen solle. "Es gibt dieses beinahe magische Denken, man müsse nur vorgeben, dass alles in Ordnung sei – und damit komme man dann ins Gespräch", so Thiel.

Google erklärte gegenüber Bloomberg in einem Statement, dass es nicht mit Chinas Militär zusammenarbeite und stolz darauf sei, mit der US-Regierung inklusive dem Verteidigungsministerium in vielen Gebieten zusammenzuarbeiten, etwa bei Cybersicherheit, der Rekrutierung und im Gesundheitswesen.

Thiels Kritik beschränkte sich aber nicht auf Google. Er schlug auch vor, dass die US-Regierung auch den IT-Riesen Apple genauer unter die Lupe nehmen sollte. Der stelle schließlich die meisten seiner Geräte in China her, wo Arbeitsnormen deutlich laxer seien als in den USA und Europa. "Apple ist vermutlich die Tech-Firma, die strukturell ein echtes Problem ist", erklärte Thiel. "Apple ist jenes Unternehmen, das echte Synergien mit China hat."

Facebook warf er in dem Gespräch vor, Präsident-Trump "ent-plattformt" zu haben – eine Anspielung auf die Entscheidung des Sozialen Netzwerks, Trumps Konto nach dem Sturm auf das Kapitol Anfang Januar zu sperren. "Das war geradezu Zensur", so Thiel. Wenn man das mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten mache "fühlt sich das so an, als sei der Rubikon wirklich überschritten".

Der Auftritt von Thiel mit Pompeo, schreibt Bloomberg, könnte Auswirkungen auf die US-Präsidentschaftswahlen in vier Jahren haben. Pompeo gilt als möglicher Kandidat der Republikaner. Thiel habe mit seinem Auftritt signalisiert, Personen aus dem Trump-Umfeld zu unterstützen, so Bloomberg. Thiel war einer der wichtigsten Geldgeber von Trump in dessen Präsidentschaftswahlkampf 2016.

wed